Erstellt am 26. August 2011, 23:10

Spindelegger vertraut VP-Funktionären. ÖVP-Chef Spindelegger glaubt an die Unschuld der im Zusammenhang mit der Telekom-Affäre genannten VP-Funktionäre. Sollte es aber tatsächlich zu Verfehlungen gekommen sein, droht er mit Konsequenzen - vom Parteiausschluss bis zum Verlust aller Funktionen. Sollte sich jemand etwas zuschulden kommen lassen und sich bereichert haben, werde das Folgen habe, so Spindelegger im ORF-"Sommergespräch".

Die Ära von Ex-Kanzler Schüssel sah Spindelegger trotz mehrerer Korruptionsaffären als Erfolgsstory. Überhaupt sei die Telekom-Affäre kein ÖVP-Skandal und alle genannten ÖVP-Funktionäre, u.a. Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer, hätten die Vorwürfe zurückgewiesen. Er gehe daher davon aus, dass die Anschuldigungen nicht stimmen. Die Justiz sei am Zug und man müsse abwarten, was dabei herauskommen werde. In den Parteifinanzen der ÖVP, die er heute prüfen habe lassen, gebe es jedenfalls keine Hinweise auf Zahlungen von der Telekom.

Er selbst habe sich nichts zuschulden kommen lassen und lasse sich daher da auch nicht "hineinziehen". Die bekannt gewordenen Malversationen verurteilte er. So etwas "habe in Österreich keinen Platz und auch in der ÖVP nicht". Eine Koalition mit der FPÖ lässt sich Spindelegger offen.

Aufhorchen ließ Spindelegger, der als konservativer Christ gilt, mit Verständnis für die Anliegen der Pfarrerinitiative. Kardinal Schönborn habe in dieser Causa viel zu tun und solle den Dialog mit den Pfarrern und Rom suchen, um die "Kirche nach vorne zu bringen". Er könne "sich das gut vorstellen", so Spindelegger.

Kritik am Koalitionspartner SPÖübte der Vizekanzler im Streit um das Bundesheer. Er kenne sich mit der SPÖ nicht mehr aus, da diese ständig ihre Meinung ändere und jetzt plötzlich entgegen früherer Aussagen eine Abstimmung über die Abschaffung der Wehrpflicht noch vor der Wahl 2013 wolle. Überhaupt widerspreche das dem Regierungsprogramm, denn dort sei von einer Bundesheerreform bei einer Beibehaltung des Wehrdienstes die Rede.

Einmal mehr wies er den Wunsch der Sozialdemokraten nach einer Vermögenssteuer zurück. Kapital könne innerhalb eines Nachmittags von Österreich in ein anderes Land verschoben werden. Man werde mit einer Kapitalbesteuerung daher "die Superreichen nicht erwischen".