Erstellt am 04. März 2013, 13:32

Spindelegger will Lehrerdienstrecht bis Herbst. Vizekanzler Michael Spindelegger (V) will das neue Lehrerdienstrecht noch heuer unter Dach und Fach bringen, wie er beim diesjährigen Bundeslehrertag der VP-nahen Österreichischen Professorenunion (ÖPU) und der FCG-BMHS am Montag in Linz sagte.

Er appellierte an die Pädagogen, "nicht nur ein Nein in den Vordergrund zu stellen, sondern auf das zu schauen, was notwendig ist". Für die nächste Legislaturperiode plant er eine "Gebäudeoffensive" bei Schulen, um die Räumlichkeiten den Erfordernissen der Zukunft anzupassen.

Man brauche ein anderes Dienstrecht für Neueintretende, das sei "kein Angriff auf die, die heute in der Schule stehen", so Spindelegger. Es sei nötig, dass künftig auch am Nachmittag Lehrer anwesend und pädagogisch tätig seien. Er wünscht sich zudem einen besseren Austausch zwischen Schule und Wirtschaft. BHS-Lehrer müssten einige Zeit außerhalb der Schule arbeiten können. "Das kann nur gut sei."

Es wisse, dass ein Kompromiss schwer zu erringen sei, räumte der Vizekanzler ein. Dennoch "möchte ich das bis Herbst noch schaffen, weil ich nicht weiß, was nachher kommt". Da die ÖVP bei den Nationalratswahlen wohl keine absolute Mehrheit erringen werde, sei nicht klar, "ob dann die, die der Gesamtschule das Wort reden, die Überhand bekommen". Österreich solle bei einem differenzierten Schulsystem bleiben, betonte Spindelegger einmal mehr. "Mit mir wird das Gymnasium nicht abgeschafft" .

Handlungsbedarf sieht der ÖVP-Chef auch bei den Schulhäusern. "Wir brauchen andere Gebäude, wenn wir mehr Zeit in der Schule verbringen." Es müsse nicht nur eine Küche und einen Speisesaal geben, sondern auch Platz für Bewegung und Nachmittagsbetreuung. Die Lehrer benötigten zudem bessere Arbeitsplätze, wenn sie am Nachmittag in der Schule seien. Daher wolle er in der kommenden Legislaturperiode die Gebäude ins Visier nehmen.

Spindelegger plädierte weiters für die Beibehaltung des Religionsunterrichts bzw. die Einführung eines verpflichtenden Ethikunterrichts für jene, die sich abgemeldet haben. Wichtig sei auch, dass Kinder beim Schuleintritt ausreichend Deutsch können. Wenn das nicht der Fall sei, brauche einen ein schlechtes Abschneiden bei den 15-Jährigen nicht zu wundern, so der Vizekanzler.