Erstellt am 27. September 2011, 14:45

Spindelegger will Troikabericht abwarten. Außenminister Spindelegger hat sich am Dienstag nach dem Ministerrat gegen Spekulationen rund um einen möglichen Schuldennachlass für Griechenland ausgesprochen.

Man warte nun Anfang Oktober ab, wenn die Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und Europäischer Kommission ihren Bericht auf den Tisch legt.

Diskussionen um einen allfälligen Schuldennachlass würden nur zu einer Verunsicherung der Märkte führen, "da will ich nicht hin." Man müsse nun alles tun, um die richtigen Signale zu geben und einen kühlen Kopf zu bewahren, so Spindelegger.

Auch Bundeskanzler Faymann erklärte, zur Bewältigung der Euro-Krise brauche es eine "ruhige Hand und einen kühlen Kopf" sowie ein rationales Vorgehen. Der Regierungschef verwies auch auf die anstehende Sondersitzung des Nationalrats am Freitag, bei der die Ausweitung des Euro-Rettungsschirmes EFSF abgesegnet werden soll. Dies sei ein Schritt, der "niemandem leicht fällt", so Faymann. Niemand könne versprechen, dass damit alles erledigt ist, es sei aber der "erste richtige Schritt". Es gehe darum auch jene zu unterstützen, die die Partner Österreichs sind, so der Kanzler.

Mit einem Ausschluss Griechenlands aus der Eurzone rechnet der Kanzler nicht - solange das schuldengeplagte Land seine Sparverpflichtungen erfüllt. "Ich gehe davon aus, dass Griechenland das, was es sich vorgenommen hat, auch bewältigt."

Für Finanzstaatssekretär Schieder ist indes die Ausweitung des Euro-Schutzschirms momentan prioritär, wie er vor dem Ministerrat sagte. Eine unkontrollierte Pleite Griechenlands würde aus seiner Sicht wesentliche Mehrkosten verursachen. Eine kontrollierte Pleite könnte man hingegen diskutieren, wenn es hierfür die Instrumentarien gäbe, meinte Schieder.

Finanzministerin Fekter warnte indessen vor dem Auseinanderbrechen der Eurozone. Dies könnte die Gefahr einer globalen Rezession heraufbeschwören. "Daher lassen wir keinen Staat pleite gehen, wir schließen einen Staat nicht aus, wenn es ihm schlecht geht, stützen Volkswirtschaften mit Liquidität, helfen bei Reformen und machen Druck dabei", sagte Fekter.