Erstellt am 03. Januar 2012, 12:31

SPÖ: Arbeitgeber sollen für Frühpensionen zahlen. Die SPÖ will Arbeitgeber zur Kasse bitten, die ihre Mitarbeiter in die Frühpension schicken. Als Vorbild nennt der Generalsekretär des SP-Pensionistenverbandes, Andreas Wohlmuth Finnland.

Dort müssten Unternehmen, die ihre Angestellten frühpensionieren, die Pensionskosten bis zum Regelpensionsalter übernehmen.

Die Forderung nach ausschließlich höheren Abschlägen für Frühpensionisten kritisiert Wohlmuth - "hauptverantwortlich" für die Frühpensionierungen seien schließlich die Dienstgeber. Wohlmuth fordert "ein Ende der Schieflage" in der Pensionsdebatte. "Es sind die Dienstgeber, die das Potenzial von älteren, erfahrenen Mitarbeitern oftmals nicht erkennen, sie häufig ausschließlich als finanzielle Belastung sehen und sie mit Druck und nicht adäquaten Arbeitsplätzen in die Frühpension zwingen", kritisiert der Generalsekretär der SP-Seniorenorganisation. Daher seien es auch die Betriebe, die "in erster Linie Konsequenzen zu tragen hätten".

Der SP-Politiker fordert "ein Ende der Hetzkampagne gegen ältere Menschen" und eine Regelung nach finnischem Vorbild. Demnach hätten die Betriebe die Kosten zu übernehmen, wenn sie ältere Dienstnehmer "frühzeitig zwangspensionieren". Keine Festlegung gab es von Wohlmuth auf die Frage, ob die SPÖ in diesem Fall auch zu höheren Frühpensionsabschlägen bereit wäre: "Das muss man sich dann ansehen." Schließlich seien auch die jetzigen Abschläge in Österreich nicht niedrig.

In Finnland ist die Frühpension ab 62 Jahren möglich, die Abschläge liegen bei 7,2 Prozent pro Jahr des früheren Pensionsantritts. In Österreich ist die Berechnung der Abschläge für die "Korridorpension" (Nachfolger der klassischen Frühpension) kompliziert: Die Korridor-Abschläge machen 2,1 Prozent jährlich aus. Sie werden allerdings zum jeweils geltenden Verlustdeckel (Höchstabschlag gegenüber dem alten, großzügigeren Pensionssystem) dazuaddiert - und da werden bereits Abschläge von bis zu 4,2 Prozent pro Jahr fällig.