Erstellt am 09. Mai 2016, 14:17

von Wolfgang Millendorfer

SPÖ-Burgenland: „FPÖ-Ausgrenzung beenden“. SPÖ-Klubchef Robert Hergovich: „Keine ideologische, sondern eine pragmatische Frage.“ Landes-Geschäftsführer Schuster empfiehlt Minister Doskozil als Faymann-Nachfolger.

Pressekonferenz kurz vor der Entscheidung in Wien: Soziologe Roland Fürst, SPÖ-Klubchef Robert Hergovich, Landesgeschäftsführer Helmut Schuster (v.l.).  |  NOEN, Millendorfer
Kurz bevor Werner Faymann überraschend seinen Rücktritt bekannt gab, richtete die SPÖ-Burgenland ihren Kollegen im Bund am Rande einer Pressekonferenz noch aus, dass es für die Zukunft der Partei „klare, pragmatische Positionen“ brauche

„Es geht hier nicht um ein Farbenspiel“

SPÖ-Klubchef Robert Hergovich gab der Bundes-SPÖ auch die Empfehlung mit, „die FPÖ nicht länger auszugrenzen“. Hergovich: „Wir halten nichts davon, der FPÖ diesen strategischen Vorteil zu überlassen. Es geht hier nicht um ein Farbenspiel, sondern darum, mit wem man am besten ein Programm umsetzen kann. Das ist keine ideologische, sondern eine pragmatische Frage.“

Landeshauptmann Hans Niessl, der zu diesem Zeitpunkt bereits an den Parteitreffen in Wien teilnahm, hatte zuletzt eine Mitgliederbefragung nach burgenländischem Vorbild empfohlen. Die Anregungen der SPÖ-Burgenland nahm der Landeschef auch nach Wien mit, wie Hergovich betonte.

Zu einer Rückbesinnung auf sozialdemokratische Werte kommt auch die Forderung nach einer Einhaltung der Asyl-Obergrenze von 37.500 Menschen. Zudem betont Hergovich, dass der Arbeitsmarkt nicht für Asylwerber geöffnet werden solle.

Schuster: „Hoffe auf Burgenländer“

Nach dem Rücktritt Faymanns bedankte sich SPÖ-Landesgeschäftsführer Helmut Schuster im BVZ-Gespräch für dessen Arbeit. „Jetzt geht es darum, klare Positionen zu finden“, so Schuster, „und dann geht es darum, wer diese Positionen am authentischsten verkörpern kann.“

Auf die Frage nach Wunsch-Kandidaten für die Faymann-Nachfolge meinte Schuster: „Es würde mich freuen, wenn es ein Burgenländer ist.“ Gemeint ist Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil, der, so Schuster, „bereits bewiesen hat, was er kann“.