Erstellt am 11. Januar 2014, 19:39

SPÖ feierte "125 Jahre Hainfeld". Seit 125 Jahren ist Österreichs Sozialdemokratie geeint. Anlässlich dieses Jubiläums des von Victor Adler initiierten Einigungsparteitags in Hainfeld zum Jahreswechsel 1888/1889 hat sich die SPÖ am Samstag im Gemeindezentrum der NÖ Kommune versammelt.

Gekommen war die Elite der heimischen Sozialdemokratie, Kanzler Faymann legte den Fokus bei seiner Festrede ganz auf Europa. Angeführt wurde die SPÖ-Riege von Parteichef Faymann und Alt-Bundeskanzler Vranitzky. Auch Wiens Bürgermeister Häupl sowie der Fraktionsvorsitzende der europäischen Sozialdemokraten Swoboda fanden sich unter den rund 500 Gästen, die dem gut zweistündigen Festakt beiwohnten.

Internationaler Blick gefragt
Passend zur bevorstehenden EU-Wahl richtete Faymann in seiner Ansprache den Blick nach Europa. Der Weg des nationalen Kleingeists habe nichts zu tun mit dem Geist der sozialdemokratischen Parteigründung, meinte der Kanzler. Heute gehe es nicht mehr um Innenpolitik und nationale Lösungen sondern um internationale Konzepte.

Kampf gegen internationale Ungerechtigkeit
Einmal mehr sprach der Kanzler gegen ungehemmte Märkte an, gegen eine Finanzlogik, die sich von der Realwirtschaft entfernt habe. Diese Entwicklung habe Lebensbedingungen vieler Menschen zum Negativen hin beeinflusst. Ein Teil von dem, was gemeinsam hart erarbeitet werde, lande in Steueroasen und leiste keinen Anteil, von dem das Gemeinwohl profitiere. Dieser internationalen Ungerechtigkeit müsse man eine internationale Bewegung für gerechte und faire Bedingungen entgegenstellen.

Für die EU-Wahl kündigte Faymann an, dass man Nationalisten und Hetzern entgegentreten werde. Die Sozialdemokratie werde mit einer gemeinsamen Haltung für ein besseres Europa auftreten.

Swoboda betonte in seinem Redebeitrag, dass dem Nationalismus eine Absage erteilt werden müsse: "Der Nationalismus führt zum Krieg - und wenn es ein Wirtschaftskrieg ist." Die Bedeutung der Sozialdemokratie auch in der heutigen Zeit strich der abtretende Europaparlamentarier im Zusammenhang mit der vergleichsweise guten Arbeitsmarkt-Situation in Österreich hervor.

Friede und Miteinander auch in Zukunft
Als Gastgeber in Hainfeld fungierte der niederösterreichische SPÖ-Chef Matthias Stadler. Unter Bezugnahme auf den Tagungsort, das "Bethlehem der Sozialdemokratie" - so einst Karl Renner - betonte der St. Pöltener Bürgermeister, dass bei der Parteigründung der Grundstein für eine Gesinnung des solidarischen Miteinanders, der Gerechtigkeit und des Friedens gelegt worden sei, "die nicht nur für das 19. und das 20. Jahrhundert, sondern auch für die Zukunft Bedeutung haben wird".