Erstellt am 23. Februar 2012, 13:35

SPÖ-Frauen wollen volle Überstunden bei Teilzeit. Frauenministerin Heiisch-Hosek kann sich für Teilzeit-Arbeit eine volle Überstundenabgeltung von 50 Prozent vorstellen. Derzeit bekommen Teilzeitkräfte lediglich einen 25-prozentigen Mehrstundenzuschlag; Vollzeitbeschäftigte aber 50-prozentige Überstundenzuschläge. Eine entsprechende Gesetzesinitiative plane die SPÖ aber derzeit nicht, sagte die SP-Bundesvorsitzende.

Frauenministerin Heiisch-Hosek kann sich für Teilzeit-Arbeit eine volle Überstundenabgeltung von 50 Prozent vorstellen. Derzeit bekommen Teilzeitkräfte lediglich einen 25-prozentigen Mehrstundenzuschlag; Vollzeitbeschäftigte aber 50-prozentige Überstundenzuschläge. Eine entsprechende Gesetzesinitiative plane die SPÖ aber derzeit nicht, sagte die SP-Bundesvorsitzende.

Bei der Frühjahrskampagne der SPÖ-Frauen, die am Donnerstag präsentiert wurde, gehe es primär um Information und Aufklärung, so Heinisch-Hosek. Teilzeit sei nämlich nur selten eine Lösung für Frauen, um die Doppelbelastung Familie und Beruf "auf die Reihe zu bekommen".

Im Gegenteil: Teilzeit habe "Risiken und Nebenwirkungen" und bedeute immer "halber Lohn, weniger Pension", so die Ministerin. Die SP-Frauen weisen darauf hin, dass bereits rund 44 Prozent der Frauen in Teilzeit arbeiten, bei den Männern hingegen sind es nur rund neun Prozent (bei den unselbstständigen Männern gar nur 7,3 Prozent).

Teilzeitarbeit stelle auch fast immer eine Karrierebremse dar, erklärte Heinisch-Hosek. Auch der Stundenlohn der Teilzeitangestellten sei geringer als jener der Vollzeitbeschäftigten. Außerdem würden sich teilzeitbeschäftigte Frauen meist in Abhängigkeit vom Partner begeben, bei einer Trennung könne Teilzeit auch eine Armutsfalle darstellen. Laut Umfragen würden sich außerdem nur ein Drittel der Frauen bewusst für Teilzeit entscheiden, ergänzte Brauner - der Rest sehe es als Übergangslösung oder sei sogar extrem unzufrieden mit der Situation.

Heinisch-Hosek will mit einer Reihe von Maßnahmen gegensteuern: Erstens fordern die SP-Frauen eine "Informationspflicht" in Betrieben: Diese sollen dazu angehalten werden, bei der Ausschreibung von Vollzeitjobs die Teilzeitbeschäftigten zuerst zu informieren. Darüber hinaus drängen die SP-Frauen weiter auf den Ausbau von Kinderbetreuungsplätze, Ganztagsschulen und Pflegeplätzen.