Erstellt am 21. November 2011, 13:25

SPÖ gegen Absetzbarkeit von Kinderbetreuung. Die nahende Debatte über Spar- und Steuermaßnahmen im Kielwasser der geplanten Schuldenbremse verheißt nichts Gutes für das Koalitionsklima.

So sorgt SPÖ-Finanzstaatssekretär Schieder in der "Presse" mit der Erneuerung seines Vorschlages, die steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuung wieder abzuschaffen, für empörte Reaktionen in der ÖVP.

ÖVP-Generalsekretär Rauch bezichtigte Schieder, "frauen- und familienfeindlich" zu agieren. "Wir müssen sparen, aber nicht auf Kosten der Familien", so Rauch, der die Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten als einen wichtigen Beitrag zur "Wahlfreiheit" bezeichnete. Finanzielle Einbußen für Familien werde es mit der "Familienpartei"ÖVP nicht geben.

Weitere aufgeregte Stellungnahmen gegen Schieder kamen unter anderem von ÖAAB-Generalsekretär Mandl, von ÖVP-Sozialsprecher Wöginger und Familiensprecherin Steibl sowie aus dem Wirtschaftsbund. Und auch FPÖ und BZÖ machten sich für ein Weiterführen der steuerlichen Absetzbarkeit stark.

Ausgaben für Kinderbetreuung können seit dem Steuerausgleich für 2009 bis zu einem Maximalbetrag von 2.300 Euro steuerlich geltend gemacht werden. Voraussetzung hierfür ist, dass das Kind jünger als zehn Jahre alt ist und professionell betreut wird. Eine solche professionelle Betreuung wird dann akzeptiert, wenn die betreffenden Personen eine achtstündige Ausbildung nachweisen können und nicht im selben Haushalt leben.