Erstellt am 22. November 2013, 17:44

SPÖ gegen Verländerung der Lehrer. Die SPÖ spricht sich gegen eine "Verländerung" der Lehrer aus.

"Wir hätten neun verschiedene Verwaltungssysteme. Für SchülerInnen und auch das Lehrpersonal würde vieles komplizierter werden", lehnt Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek dieses Modell ab.

"Ich kann mir daher eine Verländerung der Verwaltungszuständigkeit für Lehrerinnen und Lehrer nicht vorstellen", so die Ministerin.

Heinisch-Hosek spricht von "echtem Zukunftsprojekt"

Vorstellbar wäre aus Sicht der SP-Politikerin aber die Errichtung gemeinsamer Bildungsdirektionen mit den Ländern. Dies wäre "ein echtes Zukunftsprojekt", so Heinisch-Hosek: Sie würden eine einheitliche Verwaltung garantieren und daher den größten Sinn machen.

Es gelte die Verwaltung zu vereinheitlichen, nicht komplizierter zu machen. Außerdem ist aus Sicht der Ministerin fraglich, ob die Verländerung die nötige Verfassungsmehrheit im Parlament finden würde.

Landeschefs drängten zuletzt immer wieder auf "Verländerung"

Landeslehrer (Pflichtschullehrer) sind die rund 80.000 Pädagogen an den Volks-, Haupt-, Sonder-, Polytechnischen- und Berufsschulen. Ihr Dienstgeber ist das jeweilige Land - bezahlt werden sie allerdings fast vollständig vom Bund.

Bundeslehrer sind jeweils knapp über 20.000 Pädagogen an den AHS und den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS). Ihr Dienstgeber ist der Bund, der sie auch bezahlt.

In den vergangenen Jahren haben die Landeshauptleute immer wieder auf eine "Verländerung" aller Lehrer gedrängt, die scheidende Unterrichtsministerin Schmied (SPÖ) zunächst auf das Gegenteil und damit eine Bundeszuständigkeit für die Pflichtschullehrer gepocht. Später gab sie sich mit dem Status Quo zufrieden, "um sich nicht in Endlosdebatten zu verheddern".

Grüne warnen vor Weiterführung des Parteiproporz

Pläne, Bundesländer künftig zu Dienstgebern aller Lehrer zu machen, werden auch von der Opposition kritisch aufgenommen. Die Grünen warnten vor einem Weiterführen von Parteiproporz an den Schulen und auch die FPÖ fürchtet, dass es um "reinen Postenschacher" statt Abschaffung von Mehrgleisigkeiten gehen könnte.

Team-Stronach-Bildungssprecher Lugar warnte davor, dass bei einer Verländerung "die rot-schwarzen Landesfürsten noch mehr Macht bekommen und die Personalpolitik in den Schulen endgültig bestimmen" würden.