Erstellt am 25. Mai 2011, 19:02

SPÖ-Prähauser bei Wehrpflicht gegen Parteilinie. SPÖ-Wehrsprecher Stefan Prähauser hat am Mittwoch bei einer Tagung der Offiziersgesellschaft mit dem Agieren seiner Partei in der Bundesheer-Debatte abgerechnet und Kritik an Verteidigungsminister Darabos geübt.

SPÖ-Wehrsprecher Stefan Prähauser hat am Mittwoch bei einer Tagung der Offiziersgesellschaft mit dem Agieren seiner Partei in der Bundesheer-Debatte abgerechnet und Kritik an Verteidigungsminister Darabos geübt. Er selbst sei "vom Herzen her und aus meiner Erfahrung für die Wehrpflicht". Auch für ein SPÖ-Freiwilligenheer zeigte er sich offen, es müsse aber ehrlich diskutiert werden.

Als er von der plötzlichen Abkehr der SPÖ von der allgemeinen Wehrpflicht erfuhr, "habe ich geglaubt, das ist ein schlechter Scherz", so Prähauser. Er sieht den Schwenk rein finanziell motiviert. Für das Heer sei inzwischen so wenig Geld vorhanden, "dass es mit Lavieren auch nicht mehr geht", und da habe es eben Darabos erwischt. Das von der SPÖ nun favorisierte Freiwilligenmodell sei zwar grundsätzlich ein "geeignetes Mittel" für die Verteidigung, nur sei der Boden der Grundlagen nicht aufgearbeitet.

Prähauser verwies darauf, dass von 2,1 Mrd. Euro jährlich für das Heer künftig keine Rede sein könne. Der Finanzrahmen für die kommenden Jahre und die wegfallenden Eurofighter-Raten würden dafür sorgen, dass künftig wohl nur 1,5 bis 1,7 Mrd. Euro zur Verfügung stehen, meinte er. "Was man damit machen kann im Sinne der österreichischen Verteidigung, das müsste man der Bevölkerung erst präsentieren."

Über Darabos und seinen Meinungswandel äußerte sich Prähauser abschätzig, aber auch ein wenig bedauernd. Er habe wohl versucht, Bundeskanzler Faymann und auch dem damaligen Finanzminister Pröll das Leben leicht zu machen. "Das ist ihm nicht gut bekommen und er fühlt sich bei der Geschichte nicht wohl", meinte Prähauser.

Er selbst habe leicht reden und brauche sich vor nichts zu fürchten, meinte Prähauser. "Ich stehe zu meiner Meinung, und fertig. Aber ich verstehe jeden, der dazu nicht in der Lage ist, weil er an die Zukunft oder sonst irgendetwas denken muss", sagte Prähauser. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass er mit seinem Auftritt vor der bei Darabos in Ungnade gefallenen Offiziersgesellschaft "nicht wahnsinnig viel Freude" in der SPÖ verbreite.