Erstellt am 07. Oktober 2012, 20:55

SPÖ und ÖVP hoffen auf Stichwahlen am 4. November. Freud und Leid gab es für Niessl und Steindl, Tschürtz war mit Abschneiden der Blauen "zufrieden". Grüne-Landessprecherin Petrik ist "froh und stolz".

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Die Kommunalwahl im Burgenland ist nahezu geschlagen, mit durchwachsenen Ergebnissen für die beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP. Freud und Leid lagen bei Landeshauptmann Hans Niessl (S) und seinem Stellvertreter Franz Steindl (V) am Wahlnachmittag nah beieinander. Der blaue Landesparteiobmann Johann Tschürtz zeigte sich mit dem Abschneiden der FPÖ zufrieden. Die Grüne Landessprecherin Regina Petrik war "froh und stolz".
 
Niessl freute sich über das Abschneiden in Güssing, Heiligenkreuz und Stadtschlaining - in allen drei Kommunen wurde das Ergebnis der Bürgermeister- und Gemeinderatswahl 2007 zugunsten der Sozialdemokraten gedreht. Er räumte allerdings gegenüber dem ORF Burgenland ein, dass "jedes Mandat, das wir verlieren", schmerze.
 
Der Verlust von Gemeinden tat auch Steindl weh. Er meinte bevor das Endergebnis feststand: "Alles ist möglich, nix ist fix." Steindl wies darauf hin, dass man gemessen am Gesamtergebnis "deutlich weniger verloren" hätte als andere.
 
"Ich bin zufrieden. Man sieht schon, dass sich etwas bewegt", kommentierte FPÖ-Obmann Johann Tschürtz das Abschneiden der Freiheitlichen. Der Einzug in eine engere Wahl blieb den Blauen jedoch versagt. "Ein, zwei Stichwahlen hätte ich mir schon erwartet", sagte der FP-Chef. In seiner Heimatgemeinde Loipersbach im Bezirk Mattersburg büßten die Blauen fünf Prozent ein. "Anscheinend wollten wir dort zu viel", sagte Tschürtz. Man habe Projekte umsetzen wollen und mit aller Kraft darauf hingearbeitet. Insgesamt gesehen seien die Freiheitlichen in vielen Ortschaften erstmals in den Gemeinderat eingezogen.
 
Die Grüne Landessprecherin Petrik zeigte sich erfreut über das Wahlergebnis - vor allem über den Zuwachs in Mattersburg, Jennersdorf und Eisenstadt. In der Landeshauptstadt erreichten die Grünen nach eigenen Auswertungen Klubstatus. Das Ergebnis hätte noch besser ausfallen können, wenn mehr der im Burgenland lebenden EU-Bürger von ihrem Wahlrecht gewusst hätten, so die Grüne-Landeschefin. Liste Burgenland-Chef Manfred Kölly war zunächst nicht erreichbar.