Erstellt am 16. Juli 2011, 08:32

SPÖ und ÖVP überprüften Parteigehälter. Seit März sind große Unternehmen verpflichtet, intern Einkommensberichte vorzulegen, um die Transparenz zu erhöhen. Obwohl nicht dazu verpflichtet, haben auch die Regierungsparteien die Gehälter in ihren Parteizentralen genauer unter die Lupe genommen.

Dabei wurde festgestellt: Es wird gerecht entlohnt, es gibt keinen Handlungsbedarf. Mit der Aktion wolle man Vorbild für die Betriebe sein.

"Bei unseren Gehältern gibt es kein Schema wie im öffentlichen Dienst, wir bezahlen nach dem Marktwert und dadurch bekommen Frauen teilweise sogar mehr als Männer", hieß es aus der ÖVP. Die Löhne werden individuell festgesetzt und orientieren sich an der erbrachten Leistung und an den unterschiedlichen Aufgabenstellungen.

Ziel vom inzwischen abgelösten ÖVP-Generalsekretär Kaltenegger sei es gewesen, etwaige Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Kollegen aufzudecken. Wäre dies der Fall gewesen, hätte man Handlungsbedarf gehabt. Aber: In der ÖVP-Parteizentrale sind rund 50 Personen beschäftigt. Von den sieben Abteilungsleitern sind vier Frauen.

Auch der Koalitionspartner ist zufrieden. "Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Keine Einkommensnachteile für Frauen in der SPÖ", erklärte SPÖ-Frauenvorsitzende Ministerin Heinisch-Hosek. Systematisch wurden die Gehälter der rund 100 Angestellten anonym in Einkommensklassen verglichen.

Die SPÖ hat vor einem Jahr das Reißverschlussprinzip bei der Listenerstellung beschlossen. Mit dem Einkommensbericht werde nun der Weg der "konsequenten Frauenförderung" fortgesetzt.

Das Gleichbehandlungsgesetz, das Betriebe zu mehr Einkommenstransparenz verpflichtet, ist per 1. März in Kraft getreten. Die ersten Berichte sind bis zum 31. Juli zu legen. Die Verpflichtung für die Offenlegung wird schrittweise umgesetzt und hängt von der Unternehmensgröße ab.