Erstellt am 22. Mai 2015, 11:03

SPÖ will in Zukunft keine Plakate mehr in Gemeinden. SPÖ-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich kündigte vor Journalisten an, dass es beim nächsten Wahlkampf keine Plakate mehr in den Gemeinden geben solle.

Robert Hergovich (SPÖ): »Überall wo Leute sind, dort sind auch wir.«  |  NOEN, Millendorfer
Zum aktuellen Wahlkampf meinte Hergovich, dass er grundsätzliche fair geführt werde und er glaube, dass die Sozialdemokratie einen sehr sympathischen, inhaltlichen und durchaus modernen Wahlkampf geführt habe bzw. führe. Dennoch soll es künftig eine Änderung geben. "Was ich jedenfalls für den nächsten Wahlkampf einbringen werde, ist, dass man diese Plakatflut deutlich eindämmt. Unser Vorschlag ist, in allen Gemeinden keine Plakate aufstellen zu wollen, sondern ausschließlich an Landesstraßen mit 16- oder 24-Bogen-Plakaten."

Persönlich stören ihn besonders Plakate an Bäumen, Masten und Verkehrstafeln. Dies sei seiner Meinung nach "nicht gut, nicht angebracht und auch nicht fördernd für die Parteien." Daher finde er, dass man hier eine Regel für das nächste Mal finden sollte.

"Amerikanische" Mittel im Wahlkampffinale

Für das Wahlkampffinish werde man zu adaptierten amerikanischen Mitteln greifen und Landeshauptmann Hans Niessl in Form von Tafeln an Zäunen und auf Privatgrundstücken von vielen Burgenländern unterstützen. Die Idee, sich zu Niessl zu bekennen und das auch öffentlich kundzutun, stamme von den Funktionären, erläuterte Hergovich. Man sei "wirklich überrascht" gewesen, wie viele dieses Angebot annehmen, sagte der Wahlkampfleiter. Insgesamt habe man mit heutigem Tag über 5.000 dieser Tafeln verteilen dürfen.

„Blanker Hohn gegenüber allen anderen Wahlwerbern“

Als „blanken Hohn gegenüber allen anderen Wahlwerbern“ bezeichnet ÖVP-Landesgeschäftsführer Christian Sagartz die Ankündigung der SPÖ in Sachen Plakaten: "Gerade jene Partei, die mit protzigen Großflächen-Plakaten das ganze Land überzogen hat, macht den Vorschlag, sich einzuschränken."

Der von Sagartz einberufene Wahlkampfleiter-Gipfel habe das ohnedies bereits fixiert: „Für die nächste Landtagswahl soll es ein Fairness-Abkommen und Höchstgrenzen für Werbemittel geben.“

Sagartz: „Ich fordere einmal mehr, dass auch die SPÖ ihre Wahlkampf-Kosten offenlegt – wie es alle anderen Parteien bereits getan haben.“

"Meilenstein beim Demokratieausbau"

Im Burgenland kann am Freitag - neun Tage vor der Landtagswahl am 31. Mai - zum ersten Mal bereits am vorgezogenen bzw. "zweiten" Wahltag gewählt werden: Laut Hergovich ein "Meilenstein beim Demokratieausbau". Den vorgezogenen Wahltag werden am Freitag sowohl Hergovich als auch Klubobmann Christian Illedits persönlich zur Stimmabgabe nutzen. Illedits kritisierte bei der Pressekonferenz, dass Menschen in manchen Gemeinden die Information über den heutigen zweiten Wahltag vorenthalten worden sei. Generell sei man "schon sehr gespannt", wie viele Burgenländerinnen und Burgenländer dieses Angebot auch annehmen, meinte Hergovich.

Zum Zweiten Wahltag verweist ÖVP-Landesgeschäftsführer Sagartz auf die Briefwahl: „Dank der Briefwahl gibt es nicht einen, nicht zwei, sondern mehrere Wahltage und das hat sich bereits bewährt.“

Patt-Stellung im Burgenland erwartet

Hergovich erklärte außerdem, dass es - "wenn man Umfragen Glauben schenken darf" derzeit eine Patt-Stellung im Burgenland gebe. Denn sowohl die SPÖ als auch eine schwarz-blaue Regierung würden aktuell auf 44 Prozent kommen. Deshalb wolle man "natürlich auch am heutigen Tag darauf aufmerksam machen, dass jede Stimme für die Sozialdemokratie eine Stimme dafür ist, dass es mit Landeshauptmann Hans Niessl weitergeht", so der Wahlkampfleiter.