Erstellt am 19. Dezember 2013, 14:15

Sportminister Klug bei Olympia-Eröffnung. Österreichs Sportminister Klug will nach eigenen Angaben bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi an der russischen Schwarzmeerküste dabei sein.

Er werde einige Tage, schon zur Eröffnung dabei sein, erklärte er im ORF-Radio. "Ich für mich persönlich halte ich es für eine durchaus vertretbare Vorgangsweise, Frankreich geht einen analogen Weg", so der Minister am Donnerstag in Wien.

Glawischnig-Kritik: Nichtteilnahme bei Mandela-Feier, aber in Russland dabei

Am Donnerstag in der Früh hatte die Grüne Klubobfrau Glawischnig die Regierungsmitglieder aufgefordert, auf einen Besuch der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi zu verzichten. "Das offizielle Österreich hat sich durch die Nichtteilnahme an der Trauerfeier für Nelson Mandela blamiert, es wäre daher ein Schlag ins Gesicht, wenn es Präsident Wladimir Putin in Sotschi hofiert".

Der deutsche Bundespräsident Gauck hatte kürzlich angekündigt, die Spiele nicht zu besuchen. Frankreich ist lediglich durch Sportministerin Fourneyron vertreten, Präsident Hollande wird nicht kommen.

US-Präsident Obama fahre eben so wenig wie Mitglieder seines Kabinetts. "Die Mitglieder der österreichischen Bundesregierung sollten es ihnen gleich tun, so die Bundessprecherin der Grünen.

Obama setzt mit Berufung von King und Cahow ein Zeichen

Die Menschenrechtssituation in Russland ist extrem besorgniserregend, sagte Glawischnig. "Den teilnehmenden SportlerInnen, die sich jahrelang auf die Olympischen Spiele vorbereitet haben, untersagt das Regulativ jede Form politischer Äußerungen. Sie können sich aber nicht aussuchen, wo die Spiele stattfinden. Umso wichtiger ist es, dass die Repräsentanten der Republik ein eindeutiges Zeichen setzen, dass Menschenrechtsverletzungen kein Kavaliersdelikt sind, sondern international geächtet werden", so Glawischnig.

Obama berief unterdessen mit der Tennislegende Billie Jean King und der Eishockeyspielerin Caitlin Cahow zwei offen homosexuelle Sportler in die US-Delegation für Sotschi.

Dies wurde als deutliches Signal an die russische Regierung interpretiert, die seit Monaten wegen eines Gesetzes gegen "Homosexuellen-Propaganda" in der Kritik steht. Ansonsten wird kein US-Kabinettsmitglied in Sotschi erscheinen.