Erstellt am 28. September 2012, 11:18

Staatsschulden im 2. Quartal um 6 Mrd. gestiegen. Der öffentliche Schuldenstand ist im zweiten Quartal 2012 um mehr als sechs Milliarden Euro gestiegen. Die Staatsverschuldung betrug Ende Juni 228,9 Mrd. Euro bzw. 75,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Das geht aus einer aktuellen Mitteilung der Statistik Austria hervor. Damit lag der Schuldenstand um 15,4 Mrd. Euro bzw. in Relation zum BIP um 3,1 Prozentpunkte über dem Vorjahresquartalswert.

Laut ursprünglicher Finanzplanung der Regierung sollte der Schuldenstand zum Jahresende 74,4 Prozent des BIP betragen. Im Vergleich zum 1. Quartal beträgt die Veränderung des öffentlichen Schuldenstandes für den Staat insgesamt plus 2,8 Prozent (6,166 Mrd. Euro). Fast der gesamte Anstieg entfiel auf den Bund mit einer relativen Steigerung von 3,3 Prozent (6,366 Mrd. Euro).

Beim Landessektor war ein Rückgang der Verschuldung um 21 Mio. Euro zu beobachten. Beim Gemeindesektor stieg die Verschuldung um 1,2 Prozent (108 Mio. Euro), während sie bei den Sozialversicherungsträgern um rund 13 Prozent (287 Mio. Euro) im Vergleich zum Vorquartal zurückging.

Bei den Quartalszahlen gibt es immer wieder größere Schwankungen, in der Regel sinkt der Schuldenstand gegen Ende des Jahres wieder. Ein Anstieg von 2,8 Prozent bzw. sechs Mrd. Euro vom ersten auf das zweite Quartal ist dennoch relativ hoch.

Die Statistik Austria veröffentlichte am Freitag auch die endgültigen Daten für das Jahr 2011. Demnach lag das Defizit bei 2,5 Prozent bzw. 7,6 Mrd. Euro (2010 waren es 4,5 Prozent bzw. 12,9 Mrd. Euro). Der Schuldenstand betrug mit Ende des Jahres 2011 217,8 Mrd. Euro bzw. 72,4 Prozent des BIP.

Die Staatseinnahmen 2011 in Höhe von insgesamt 144,4 Mrd. Euro stiegen im Vergleich zum Jahr 2010 um 6,7 Mrd. Euro oder 4,9 Prozent an. Gut 91 Prozent der Staatseinnahmen stammten aus Steuern und Sozialbeiträgen, die 2011 in Summe rund 130,9 Mrd. Euro ausmachten.