Erstellt am 25. Oktober 2013, 14:04

Standard & Poor's hält Österreichs Rating stabil. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat Österreichs Rating (AA+/A-1+) am Freitag bestätigt, stellt der künftigen Regierung aber gleich die Rute ins Fenster.

"Wir könnten ein Downgrading erwägen, wenn die neue Regierung - entgegen unserer Erwartungen - den Konsolidierungspfad verlässt und dadurch eine Netto-Verschuldung von über 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts eintritt", so S&P. Im Jahr 2012 lag die Staatsverschuldung Österreichs bei 72,3 Prozent des BIP, das Defizit bei 2,5 Prozent. 2013 werde das Defizit auf 2,3 Prozent sinken, 2015 könnte das Defizit dann auf 0,7 Prozent gedrückt werden, wenn die neue Regierung den Konsolidierungskurs fortsetze. Die Staatsschuld werde bis 2016 auf etwas über 70 Prozent des BIP fallen, erwartet S&P.

Bankenstützung könnte Rating belasten

Noch nicht eingerechnet hat die Ratingagentur bei diesen Berechnungen allerdings, dass Österreichs Staatsschuld 2014 durch neue Zurechnungen durch die europäischen Behörden um geschätzte 14 Mrd. Euro (laut S&P 4,2 Prozent des BIP 2014) steigen könnte. Durch die neue Qualifizierung werden Eventualverbindlichkeiten zu echten Staatsschulden. Zudem könnten weitere Staatsgarantien für Banken schlagend werden und das Rating belasten. Vor allem auch der künftige Stützungsbedarf für die Krisenbank Hypo Alpe Adria könnte in den Staatskassen neue Belastungen bringen, wird gewarnt.

"Unerwartete Entwicklungen in der Eurozone", die Österreichs gute außenwirtschaftliche Position beeinträchtigen, könnten ebenfalls der Kreditwürdigkeit Österreichs schaden, warnt die US-Ratingagentur.

Weitere Verbesserung unwahrscheinlich

Eine Verbesserung sieht S&P nicht in Reichweite. "Wir sehen nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für ein Upgrade Österreichs in den nächsten Jahren, weil wir eine finanzielle Konsolidierung, die über die aktuellen Regierungspläne noch hinausgeht, für unwahrscheinlich halten", heißt es weiters im Ausblick. S&P hatte im Jänner 2012 die Bonität der Republik Österreich von der Bestnote, dem Triple A (AAA), auf die zweitbeste Note herabgestuft.

Finanzministerin Fekter sieht durch die Bestätigung des Ratings den bisherigen Budget-Sanierungskurs bestätigt. Der eingeschlagene Reformpfad müsse "im Sinne der kommenden Generationen" konsequent weiterverfolgt werden. "Nächstes Etappenziel" sei das Nulldefizit 2016, so die Finanzministerin am Freitag.