Erstellt am 27. Dezember 2012, 13:03

Start für ÖVP-Kampagne pro Wehrpflicht in Wien. Während die Wiener SPÖ schon mit ihrem Punsch-O-Mobil durch die Bezirke gondelt und um breite Zustimmung für ein Berufsheer kämpft, wirft sich nun auch die ÖVP gut drei Wochen vor der Volksbefragung in die Schlacht.

Unter dem Motto "Einsatz für Österreich" luden Staatssekretär Kurz und Wiens Landesparteiobmann Juraczka am Donnerstag zum Auftakt der schwarzen Pro-Wehrpflicht-Kampagne in Wien.

Das präsentierte, vorwiegend in Blau-Gelb gehaltene Plakat trägt den Slogan "Österreich verpflichtet. Am 20. Jänner: Für Wehrpflicht und Zivildienst". Ähnliche Werbeaktionen sind für die kommenden Tage auch in anderen Bundesländern angekündigt.

Kurz betonte, dass die Wehrpflicht insofern wichtig sei, als sie eine integrative Funktion habe: "Das Bundesheer und der Zivildienst sind verbindende Organisationen, wo alle Österreicher an einem Strang ziehen." Derlei gebe es hierzulande nicht allzu viele. Vor einer eventuell niedrigen Beteiligung am Bürgervotum am 20. Jänner fürchtet sich der Staatssekretär nicht. Das Wesentliche sei, dass man in Österreich noch nie so intensiv über die Wehrpflicht diskutiert habe wie zuletzt. "Wenn das 15 oder 30 Prozent (Beteiligung, Anm.) sind, ist das genauso legitim wie 50 Prozent", versicherte Kurz.

Der Wiener Parteichef Juraczka wiederum warnte davor, sich auf "Experimente" einzulassen. Ein Profiheer wäre viel zu teuer, der Katastrophenschutz nicht gewährleistet und außerdem die Beibehaltung der Wehrpflicht im rot-schwarzen Koalitionsabkommen festgeschrieben, rief er in Erinnerung.