Erstellt am 01. Mai 2014, 10:05

Startschuss zur Generalprobe für die Zentralmatura. Am Montag (5. Mai) fällt der Startschuss für die Generalprobe zur Zentralmatura. An diesem Tag findet im Rahmen von Schulversuchen die zentrale Reifeprüfung als Erstes im Fach Deutsch statt.

 |  NOEN, Panthermedia/Viktor Cap/BAWA
Verpflichtend eingeführt wird die neue Matura an den AHS im Jahr 2015 und an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) im Jahr 2016. Die österreichweit an den gleichen Tagen stattfindende schriftliche Zentralmatura ist der Kern der neuen Reifeprüfung. Die Fragen werden dabei vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) vorgegeben, die Korrektur erfolgt durch die Klassenlehrer nach einem vorgegebenen Schlüssel. Am 6. Mai folgt die Zentralmatura im Fach Englisch, am 7. Mai steht Spanisch am Programm, am 8. Mai Französisch, am 9. Mai Mathematik, am 12. Mai Italienisch, am 13. Mai Latein und zum Abschluss am 14. Mai Griechisch. Die Prüfungstermine werden jedes Jahr vom Bildungsministerium per Verordnung festgelegt.

Bekanntschaft mit der zentralen Reifeprüfung machen dabei schon heuer fast alle AHS-Schüler. An 92 Prozent der AHS werden zumindest in einem Maturafach die zentral vorgegeben Bifie-Fragen verwendet. Mit Abstand schon am verbreitetsten sind sie im Fach Englisch, wo seit Jahren Schulversuche stattfinden. Diesmal werden an 318 der 344 Gymnasien für die Englisch-Matura Aufgaben des Bifie verwendet, in Französisch sind 172 Standorte dabei, in Latein 55. Zu den übrigen Fächern gab es vom Bifie keine Zahlen.

Noch nicht so lange und an weniger Standorten finden Probeläufe in Deutsch (58 AHS) und Mathematik (28 AHS) statt. Dieser Umstand trug auch dazu bei, dass heuer erst die Zentralmatura-Generalprobe und nicht schon der Ernstfall am Programm steht. Nach Protesten von Schüler-, Eltern- und Lehrervertretern wegen angeblich mangelhafter Vorbereitung hatte die damalige Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) den eigentlich für 2014 geplanten verpflichtenden Starttermin an den AHS um ein Jahr auf 2015 (und jenen an den BHS um ein Jahr auf 2016) verschoben. Erst im vergangenen Dezember gab es Adaptierungen bei den Beurteilungskriterien in Mathematik und den lebenden Fremdsprachen.

"Vorwissenschaftliche Arbeit" muss verfasst werden


Im Endausbau sieht die zentral vorgegebene schriftliche Matura so aus: Die Schülerinnen und Schüler müssen zwischen drei oder vier schriftlichen Prüfungen wählen. An den AHS sind Deutsch, Mathematik und eine lebende Fremdsprache (Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch) Pflicht, die vierte Klausur kann eine weitere Fremdsprache, Darstellende Geometrie, Physik oder Biologie sein. An den BHS müssen alle Schüler drei Klausuren aus den Gegenständen Deutsch, Englisch, angewandte Mathematik, lebende Fremdsprache oder Fachtheorie schreiben. Hier ist die Beteiligung an den Schulversuchen noch deutlich geringer: 48 der 309 BHS setzen schon heuer in Deutsch zentral vorgegebene Aufgaben ein, 44 in Englisch, 20 in Angewandter Mathematik und sechs in Französisch.

Neben der Zentralmatura besteht die neue "Standardisierte kompetenzorientierte Reife- und Diplomprüfung" aus zwei weiteren Säulen, die ebenfalls 2015 (AHS) bzw. 2016 (BHS) verpflichtend starten. Schon im Vorfeld muss eine 40.000 bis 60.000 Zeichen lange "Vorwissenschaftliche Arbeit" verfasst und vor einer Kommission präsentiert werden. Je nach Zahl der schriftlichen Klausuren müssen außerdem zwei bzw. drei mündliche Prüfungen abgelegt werden. Dafür stellen die Fachlehrer der Schule für jeden Gegenstand mindestens drei und maximal 24 Themen zusammen.

Die vollständige neue Reifeprüfung mit allen drei Säulen wird heuer nur an zwei AHS-Standorten erprobt: Das Stiftsgymnasium St. Paul/Lavanttal (Kärnten) und die Liese Prokop Privatschule für Hochleistungssportler (Oberstufenrealgymnasium) in Maria Enzersdorf (NÖ).