Erstellt am 13. Dezember 2013, 12:26

Steindl nicht glücklich über Koalitions-Personalauswahl. "Glücklich bin ich für das Burgenland nicht – das sage ich ganz deutlich", erklärte am Freitag Landeshauptmann-Stv. Franz Steindl (ÖVP) bei einem Pressegespräch in Eisenstadt.

Parkpickerl-Ärger. Auch Landesvize Franz Steindl unterschrieb den Protest-Brief an das Wiener Rathaus. FOTO: ZVG  |  NOEN, ZVG
Er hätte sich im Personalbereich für das Burgenland "mehr vorgestellt", räumte allerdings ein: "Aber Personalentscheidungen sind Chefsache. Das würde ich auch nicht aus der Hand geben. Daher ist das zu akzeptieren."

Ostermayer als "Burgenland-Minister" gehandelt

Laut Steindl habe "weder die SPÖ noch die ÖVP" einen "Burgenland-Minister" – auch wenn Josef Ostermayer, der seit 30 Jahren in Wien lebe, als "Burgenland-Minister" gehandelt werde. Dass die ÖVP nach dem vorigen Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich jetzt eben ohne Minister aus dem eigenen Bundesland dasteht, sei ein "Wermutstropfen".

Das Burgenland werde laut Steindl zwar "selbstverständlich dieses Paket mittragen", dennoch gab es auch vom Landesparteiobmann beim Bundesparteivorstand am Donnerstagabend "sehr kritische Wortmeldungen", kolportierte "Schreiduelle" habe es bei dem Vorstand nicht gegeben.

Programm: "Ein Werk mit vielen kleinen Vorschlägen, keinen großen Würfen"

Steindl fehlen "große Würfe" bei der Verwaltung und der Bildung. Das Paket sei "in Summe ein Werk mit vielen kleinen Vorschlägen, keinen großen Würfen. Aber mir ist lieber, dieses Papier wird dann auf Punkt und Beistrich umgesetzt. Das ist mir lieber, als wir haben in Lyrik-Form - so wie es die Deutschen haben - ein Kunstwerk, das letztendlich dann nur ein Kunstwerk bleibt und nicht in die Realität umgesetzt wird."

Der Landesparteiobmann hielt weiters fest, dass die Dramaturgie, die man aufgebaut habe, viele nicht verstanden hätten. Auf die Frage eines Journalisten, ob es vielleicht ein Fehler war, die "Budgetloch-Geschichte" so zu inszenieren, meinte Steindl, dass es nach außen Erklärungsbedarf gebe, weil es viele unterschiedliche Zahlen gegeben hätte. "Nach innen war es richtig. Denn ohne dem hätte sich die SPÖ nicht bewegt."

Konkret: "Es war nicht möglich - das hat uns Michael Spindelegger auch mitgeteilt - dass sich in vielen Bereichen die SPÖ auch bewegt." Erst nach "diesem Aufschrei", den man nach außen hin und medial professioneller gestalten hätte können, sei es mögliche gewesen, "dass sich die SPÖ zumindestens in Halbschritten bewegt", erläuterte Steindl.