Erstellt am 08. Oktober 2012, 12:36

Steindl: Oberwart ist für die ÖVP zu gewinnen. Am Tag nach der Bürgermeister- und Gemeinderatswahl stellt sich die ÖVP Burgenland bereits auf die Stichwahl ein.

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Beim Urnengang am 4. November gibt es 13 Bürgermeistersessel zu vergeben. In Großhöflein findet das Match ohne Volkspartei statt. In den anderen zwölf Gemeinden lebe die Chance für die ÖVP, erklärte Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl am Montag vor Journalisten in Eisenstadt. Eine Gemeinde habe man besonders im Visier: "Wir setzen vor allem auf Oberwart und dann schmerzt vielleicht dieses Ergebnis von Güssing (wo der Stadtchef für die VP verloren ging, Anm.) nicht so", sagte Steindl.

"Da bin ich mir sicher: Oberwart ist für uns zu gewinnen. Es ist noch nicht aller Tage Abend", meinte der VP-Chef. VP-Kandidat Georg Rosner, der gegen Stadtchef Gerhard Pongracz (S) antrat, habe in der Bezirkshauptstadt auf Anhieb die relative Mehrheit bekommen. Nach Ursachen für den Verlust des Stadtchefs in Güssing müsse man vor Ort fragen, so Steindl. Er wolle zuerst mit den "Freunden in Güssing" darüber sprechen. Die Chance, ein Jahr vor der Wahl den Bürgermeister zu wechseln, habe man allerdings vertan.

In Eisenstadt habe Thomas Steiner (V) das Amt des Stadtchefs "in einer sehr schwierigen Zeit" übernommen und mit seinem Team "das Beste daraus gemacht", sagte Steindl. Die Absolute Mehrheit zu behalten, sei das Ziel gewesen, welches auch erreicht worden sei. Eine Schwierigkeit in Städten wie Eisenstadt und Neusiedl am See stelle der starke Zuzug dar, meinte der Landeshauptmannstellvertreter. Statt Einfamilienhäusern würden in den Städten vermehrt Wohnhausanlagen errichtet: "Man kommt wahlwerbend nicht mehr in die Wohnungen hinein, in Häuser jedoch sehr wohl."

Die hohe Wahlbeteiligung - 82,49 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab - wertete Steindl als "Erfolg für die Demokratie". Insgesamt habe es "keine großartigen Bewegungen" gegeben. Die ÖVP verlor drei Bürgermeister und gewann drei andere dazu. So wurde in Donnerskirchen der Ortschef nach 20 Jahren von der SPÖ zurückgeholt. Dass die Volkspartei im Bezirk Eisenstadt-Umgebung zugelegt habe, "ist ein gutes Omen für mich als Bezirksparteiobmann", sagte Steindl.

Bis zum 4. November gebe es nun eine Menge Arbeit. Derzeit stelle die SPÖ 81 Bürgermeister, die ÖVP 73, weil Steindl den Listen-Ortschef von Rohr mitzählt, da dieser VP-Mitglied sei. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir nach der Stichwahl die Acht vorne haben werden", erklärte der ÖVP-Obmann. Mit einem Sieg in Oberwart wäre jedenfalls das Ergebnis von Güssing "überkompensiert".