Erstellt am 10. November 2010, 00:00

„Stimmung hat nicht gepasst“. BEWAG-ABGANG / Hans Lukits und Josef Münzenrieder verlassen ihre Vorstandsposten mit Ende des Jahres vorzeitig. Ihre Nachfolger sollen bald präsentiert werden.

Auffassungsunterschiede: Die beiden BEWAG- Vorstände Hans Lukits (r.) und Josef Münzenrieder verabschieden sich nach vielfachen Diskussionen. BVZ  |  NOEN
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Seit Montag ist bestätigt, worüber die BVZ bereits vor zwei Wochen berichtet hatte. Mit Ende des Jahres werden die beiden BEWAG-Vorstände Hans Lukits und Josef Münzenrieder ihren Dienst beim burgenländischen Stromanbieter beenden. Ihr Vertrag wäre regulär noch bis zum Jahr 2012 gelaufen.Gründe für den Abgang seien Auffassungsunterschiede zwischen Eigentümer, Aufsichtsrat und Vorstand gewesen – vor allem im Hinblick auf die Zukunft der BEWAG, auf die der Windenergie im Ausland sowie Beteiligungen und Sparmaßnahmen.

„Wir haben selbst nach der Aufsichtsratssitzung im September angeboten, dass wir eine Lösung finden, weil es für beide Seiten nicht gut ist, wenn die Stimmung nicht passt“, erklärt Lukits. Klar war für Lukits und Münzenrieder, dass sie diese Entscheidung gemeinsam treffen würden. Gerüchte, dass die beiden Vorstände ihr Gehalt bis 2012 trotzdem weiterbeziehen, werden dementiert. „Wir haben eine einvernehmliche Regelung unterschrieben“, so Lukits. BEWAG-Aufsichtsratschef Josef Kaltenbacher dazu: „Das stimmt. Eine Fortzahlung der Gehälter bis April 2012 kann ich definitiv ausschließen.“ Über die Höhe der Abfindung wurde allerdings Stillschweigen vereinbart.

Die Suche nach neuen Vorständen mittels Ausschreibung ist bereits angelaufen. Die möglichen Nachfolger könn-  ten bis Ende      des Jahresbereits gefunden sein. Lukits und Münzenrieder werden für die nächsten Monaten noch als Konsulenten zur Verfügung stehen. Abseits der Personaldebatten wurde zuletzt übrigens auch eine Erhöhung des Strompreises – zwischen zweieinhalb und vier Prozent – angekündigt.

Die Opposition fordert eine  „entpolitisierte“ BEWAG

Keinen Kommentar zum Abgang der Vorstände gab es von Landeshauptmann Hans Niessl: Er wolle dem Aufsichtsrat nicht vorgreifen. Nicht überrascht zeigte sich Landesvize Franz Steindl, dem es jetzt „vor allem darum geht, dass in der Geschäftsführung ein nahtloser Übergang gefunden wird“.

Hier fordert die Opposition dazu auf, den Energieversorger zu entpolitisieren. Die Liste Burgenland (LBL) will zudem ein Ende der proporzmäßigen Doppelbesetzung. Die FPÖ warnt vor möglichen „Befehlsempfängern“ als Nachfolger und die Grünen wollen auch die Zahlen zu Lukits‘ und Münzenrieders Abgang wissen: „Wer öffentliche Gelder bekommt, sollte darüber auch öffentlich Rechenschaft ablegen.“