Erstellt am 17. Dezember 2012, 12:18

Stöger und Schelling kritisieren Ärztekammer. Mit Unverständnis reagieren Gesundheitsminister Stöger und Hauptverbands-Chef Schelling auf die neuerliche Drohung der Ärztekammer mit Protesten gegen die vereinbarte Gesundheitsreform.

Am Rande einer Buchpräsentation am Montagvormittag äußerten aber beide die Hoffnung, dass sich die "vernünftigen" und "konstruktiven" Kräfte innerhalb der Standesvertretung durchsetzen werden.

Die Ärztekammer hatte am Freitag in ihrer Vollversammlung keinen Beschluss für eine Fortsetzung ihrer Kampagne gefasst. Präsident Wechselberger hatte unter Berufung auf ein Gespräch mit Stöger von positiven Signalen zu den Forderungen der Ärzte vor allem im Hinblick auf einen Ausbau des niedergelassenen Bereichs gesprochen. Stöger und Schelling hatten darauf geantwortet, dass die Forderungen der Ärztekammer ohnehin immer vorgesehen gewesen und auch Teil der Reform seien. Diese Antwort hatte Wechselberger am Sonntag als "überheblich und selbstgefällig" kritisiert und betonte, die Proteste seien nur eine Woche bis zur Unterzeichnung der 15a-Vereinbarung durch die Landeshauptleute am Mittwoch ausgesetzt.

Stöger zeigte sich von dieser neuerlichen Haltungsänderung der Ärzte am Montag "überrascht" und "ein bisschen irritiert". Sowohl der Gesundheitsminister als auch der Hauptverbands-Chef gehen aber davon aus, dass sich die "vernünftigen und positiven Kräfte" (Stöger) bzw. die "konstruktiven Kräfte" innerhalb der Ärztekammer durchsetzen werden, nicht die "Hardliner" (Schelling).

Beide zeigten sich auch überzeugt davon, dass der 15a-Vertrag wie zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherung vereinbart am Mittwoch von der Landeshauptleutekonferenz unterzeichnet werde. Den Vorwurf, überheblich und selbstgefällig zu agieren, können weder Stöger noch Schelling nachvollziehen.