Erstellt am 29. Dezember 2013, 06:36

Stöger will Patienten-Wartezeiten verkürzen. Gesundheitsminister Stöger will die Wartezeiten für Patienten verkürzen.

Vor allem mit einer Erhöhung der Transparenz, aber auch mit Richtwerten für geplante Behandlungen möchte der SPÖ-Politiker dieses Ziel erreichen. Er greift damit auch einen Wunsch der Bevölkerung auf. In einer Umfrage bezeichneten drei Viertel die Wartezeiten in Spitälern und die Hälfte bei niedergelassenen Ärzten als lang.

Stöger verwies darauf, dass es in den Bundesländern Wartelisten für geplante Operationen in Spitälern gibt, wobei sich die Reihung meist nach medizinischen und organisatorischen Gesichtspunkten richtet. In acht Ländern wird die Wartezeit nur Personen mitgeteilt, die bereits auf der Warteliste vermerkt sind. Einen größeren Schritt in Richtung Transparenz hat Niederösterreich gesetzt, wo die Landeskliniken-Holding die Wartelisten für die Fachbereiche Orthopädie, Augenheilkunde und Neurochirurgie im Internet frei zugänglich macht.

Wichtiger Parameter für die Qualität

Der Gesundheitsminister will nun diese Transparenz weiter ausbauen, um damit Druck zu einer weiteren Verkürzung der Wartezeiten zu erzeugen. Vorstellen kann er sich auch eine Liste mit "Näherungswerten" für Wartezeiten bei bestimmten Fällen. Allerdings schränkt Stöger ein, dass hier auch die Frage der Kosten zu berücksichtigen sei. Für ihn sind die Wartezeiten auch ein wichtiger Parameter für die Qualität im Gesundheitssystem. Stöger betont, dass Österreich "Weltmarktführer" im Zugang zu Gesundheitsleistungen für alle Patienten sei, trotzdem gebe es noch manchmal Wartezeiten, die "nicht zumutbar" seien.

Die Regierung hat sich auch in ihrem Arbeitsprogramm mit diesem Problem beschäftigt. Dort wird zunächst die Schaffung "eines Systems zur Erhebung von Wartezeiten" und dann auch die "Erarbeitung von Richtwerten für ausgewählte Routine- bzw. geplante Fälle" angekündigt.

Starke Unterschiede zwischen Bundesländern

Laut einer vom "Institut für Höhere Studien" durchgeführten Patientenbefragung warten Patienten in Österreich im Median 2,1 Monate auf eine Hüftgelenksoperation und 2,5 Monate auf eine Kniegelenksoperation. Allerdings wurden starke Unterschiede sowohl zwischen als auch innerhalb der einzelnen Bundesländer festgestellt.

In einer österreichweiten OGM-Umfage bezeichneten 26 Prozent die Wartezeiten in Spitälern als sehr und weitere 46 Prozent als eher lang. Als lang beurteilen die Österreicher vor allem bei geplanten Eingriffen (58 Prozent) oder Routineuntersuchungen (54 Prozent) die Wartezeiten.