Erstellt am 30. Januar 2012, 16:40

Strache-Aussage auf WKR-Ball sorgt für Aufregung. Eine Aussage von FPÖ-Chef Strache auf dem umstrittenen Ball des Wiener Korporationsringes vergangenen Freitag sorgt für Aufregung.

Eine Aussage von FPÖ-Chef Strache auf dem umstrittenen Ball des Wiener Korporationsringes vergangenen Freitag sorgt für Aufregung. Zu später Stunde soll er gemeint haben, "das war wie die Reichskristallnacht", "wir sind die neuen Juden", es habe Brandanschläge auf die Burschenschafterbuden gegeben. Kritik setzte es von der Israelitischen Kultusgemeinde, der SPÖ, der ÖVP und den Grünen.

Laut "Standard" beklagte außerdem der Geschäftsführer des freiheitlichen Bildungsinstituts, Klaus Nittmann, auf dem Ball: "Wer für diesen Ball arbeitet, der bekommt gleich den Judenstern aufgedrückt."

Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) sieht eine "ungeheuerliche Provokation" und kündigte eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft an. Auch die Grünen sind erbost: "Wer heute - mehr als 70 Jahre nach den Novemberpogromen an Juden - einen derartigen Vergleich in den Mund nimmt, hat entweder keine Tassen im Schrank oder versucht, die Schrecken der Naziherrschaft zu verharmlosen", meinte Abgeordneter Karl Öllinger. "Wer so etwas sagt, ist als politischer Mandatar nicht tragbar."

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Rudas sagte, Strache propagiere ein "absurdes Geschichtsbild", das vor "verharmlosender Relativierung der NS-Gräuel" nur so strotze. Für ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch ist die Wortwahl Straches "ein offener Schlag ins Gesicht für all jene, die Opfer des verbrecherischen NS-Systems waren". Strache solle dringend Nachhilfe in Geschichte nehmen.

FPÖ-Generalsekretär Vilimsky wies die "künstliche und lächerliche Empörung" zurück. Er beklagte, dass ein Journalist "dieses Privatgespräch in Stasi-Spitzel-Manier belauscht und in seinem Bericht maßlos übertrieben und die Aussage völlig verzerrt dargestellt" habe.