Erstellt am 23. August 2011, 22:43

Strache bekräftigte FPÖ-Positionen. FPÖ-Obmann Strache hat sich am Dienstag im ORF-"Sommergespräch" einmal mehr hinter seinen Kärntner Parteifreund Uwe Scheuch gestellt, zugleich aber versichert, ein rechtskräftiges Urteil werde akzeptiert werden. Im Themen-Bouquet der sommerlichen Interview-Sendung hatte er unter anderem Gelegenheit, "Diffamierungen" seiner Partei zu beklagen und gegen die "Euro-Zwangsjacke" der EU zu wettern.

FPK-Obmann Uwe Scheuch, der wegen Korruption in erster Instanz verurteilt wurde, habe "das Recht für seine Unschuld zu kämpfen bis zum letzinstanzlichen Urteil", sagte Strache. Kritik an der Justiz müsse erlaubt sein, wiewohl er sich von "Beschimpfungen und Drohungen" distanzierte.

Eine blaue Opferrolle, wie sie Kommentatoren der FPÖ jüngst wieder attestierten, verneinte Strache. Zugleich beklagte er einmal mehr "Manipulationen und Diffamierungen" und dass die Freiheitlichen "im schlimmsten Fall als Kellernazis beschimpft werden". "Extremismus", so versicherte der Partei-Obmann erneut, habe in der FPÖ keinen Platz.

Die FPÖ trete nicht generell für einen EU-Austritt ein, beteuerte Strache weiters, vielmehr sei ein solcher Schritt eine "ultima ratio". Und die Arbeitsmarktöffnung für Menschen aus den osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten werde "in den nächsten ein, zwei Jahren" noch schlimme Auswirkungen auf den hiesigen Arbeitsmarkt haben.

Der Wirtschaft fehlten indes "gut ausgebildete junge Männer", weil jeder glaube, Matura machen und studieren zu müssen, ist Straches Überlegung zur Finanzierungsmisere im Uni-System. Wobei es zumindest im FPÖ-Parlamentsklub offenbar mehr Platz für Frauen geben soll: Sechs von 35 Abgeordneten sind weiblich, "wir haben hier ein deutliches Manko, das ich auch ändern will", sagte der Klubobmann.

Strache, der im Lichte günstiger Umfrageergebnisse gerne den Kanzleranspruch stellt, will noch nicht über mögliche Koalitionspartner spekulieren. Mit ÖVP und BZÖ gebe es keinerlei geheime Gespräche, sagte er auf eine entsprechende Frage.