Erstellt am 08. August 2011, 13:12

Strache bestreitet parteiinterne Differenzen. FPÖ-Chef Strache hat sich am Montag aus dem Urlaub zurückgemeldet, um parteiinterne Differenzen zu bestreiten. Er verteidigte den Ausschluss des Tiroler Abgeordneten Werner Königshofer, äußerte Unverständnis über das erstinstanzliche Urteil gegen FPK-Landesparteichef Scheuch und beklagte den "braunen Jauchekübel", der gegen die FPÖ ausgepackt werde.

In der Causa Königshofer verwies Strache auf wiederholtes parteischädigendes Verhalten und Verbalinjurien des Abgeordneten. Wenn jemand Worte wie "Tschuschen" und "Kanaken" in der politischen Diskussion verwende, habe er in der FPÖ nichts verloren. Ende August bzw. Anfang September werde der Bundesparteivorstand des Ausschluss "mit Sicherheit" bestätigen, vorher will der FPÖ-Chef mit Königshofer noch reden.

Den Dritten Nationalratspräsidenten Graf sieht Strache hier auf seiner Seite. Graf hatte am Wochenende Verständnis für den aus der Partei ausgeschlossenen Königshofer gezeigt. Das APA-Interview vom Sonntag sei von den Medien falsch interpretiert worden, Graf habe lediglich das Ausschluss-Prozedere, das auch einen Einspruch vor einem Parteigericht zulasse, erläutert, so Straches Erklärung.

Strache versuchte auch in der Causa Scheuch abzuwiegeln. Er glaube an den Rechtsstaat und sei überzeugt, dass das österreichische Justizsystem ein hervorragendes sei. Gleichzeitig warnte er aber vor Verpolitisierung und Korruption, wozu aus Sicht des FPÖ-Chefs - wegen des Machtapparats - nur fähig sei, wer sich in Regierungsverantwortung befinde.

"Wirklich fassungslos" ist Strache über die Attacken, derer er sich wegen seiner Mitgliedschaft in einer Facebook-Gruppe gegen den EU-Beitritt der Türkei ausgesetzt sieht. "Ich unterstütze den Inhalt der Seite als Überschrift", für hetzerische Äußerungen anderer Mitglieder könne man ihn aber nicht verantwortlich machen. Generell beklagte Strache den Wunsch seiner Gegner, einen Keil in die FPÖ zu treiben. Gleichzeitig sei dies aber auch verständlich, verwies er auf im Sommerloch verschwundene politische Gegner.