Erstellt am 11. August 2011, 14:00

Strache bleibt bei Steger und Königshofer hart. FPÖ-Chef Strache muss sich weiter mit internen Turbulenzen in seiner Partei herumschlagen. Eigentlich wollte er bei einer Pressekonferenz am Donnerstag über die Wirtschafts- und Finanzkrise sprechen, Fragen zu den Parteikollegen Königshofer, Steger, Scheuch und Co - für Strache ob der Wirtschaftslage die reinsten "Minimundus"-Probleme - blieben ihm dennoch nicht erspart.

Was den ORF-Stiftungsrat Steger betrifft, erwartet Strache von seinem Parteikollegen, dass "er die richtigen Schlüsse zieht" - also zurücktritt. Dass Steger entgegen der Parteilinie bei der ORF-Wahl für Amtsinhaber Wrabetz gestimmt hat, war für Strache nämlich "ziemlich enttäuschend", wie der Parteichef sagte. Es sei schließlich ausgemacht gewesen, dass Steger Wrabetz nicht wähle.

Hart bleibt Strache auch in der Causa Königshofer. Der Tiroler Abgeordnete, der aus der Partei und aus dem Parlamentsklub ausgeschlossen wurde, habe ein derart parteischädigendes Verhalten an den Tag gelegt, dass dieser "Schnitt" unausweichlich gewesen sei. Königshofer hatte u.a. die Anschläge in Norwegen mit Abtreibungen gegengerechnet.

Die parteiinterne Kritik an den Kärntner Landesparteichef Uwe Scheuch sah Strache dagegen als legitime Meinungsäußerung. Die Aussagen des früheren Kärntner Landesparteichefs, Harald Jannach, seien zur Kenntnis zu nehmen. Jannach hatte die Angriffe der Blauen auf die Gerichte nach der erstinstanzlichen Verurteilung Scheuchs kritisiert.

Von einer aktuellen Umfrage im "profil", wonach die FPÖ von 27 auf 24 Prozent gesunken sei, zeigte sich Strache unbeeindruckt, er gestand aber ein, dass die FPÖ in einer Krise sei.

Er stellte vier Forderungen zur Bewältigung der Finanz- und Schuldenkrise auf. Er plädierte für eine gesetzliche Schuldenbremse in der Verfassung, eine Trennung der Währungsunion in schwache und starke Staaten, eine Trennung des Bankgeschäftes in Geschäfts- und Investmentbanken und eine Bankenkonkursordnung. Der Regierung warf Strache vor, auf Tauchstation zu sein, während in der Welt die schlimmste Krise seit 80 Jahre tobe.