Erstellt am 09. Oktober 2013, 12:23

Strache hält nur Zusammenarbeit mit SPÖ für umsetzbar. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hält offenbar nur eine Regierungszusammenarbeit seiner Partei mit der SPÖ für machbar.

Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache  |  NOEN, APA
Denn nur zwei Koalitionsvarianten seien "realistisch in der Umsetzung" - und zwar eine Regierung aus SPÖ und ÖVP oder eine aus SPÖ und FPÖ, wie der Parteichef am Mittwoch bei einer Pressekonferenz sagte. "Ein dritter Partner ist nicht sichtbar", meinte er zu einer etwaigen Dreier-Variante aus ÖVP, FPÖ und Team Stronach.

Denn das Team Stronach sei ja "auf Sand gebaut", sagte Strache. Man sehe ja gerade, "wie ernst man das nehmen kann", meinte er mit Blick auf die aktuellen internen Querelen in der neuen Partei. Und für die NEOS hätte ja deren Unterstützer Hans-Peter Haselsteiner eine Zusammenarbeit mit der FPÖ bereits ausgeschlossen. Sollte es weder zu Rot-Schwarz noch zu Rot-Blau kommen sehe er eigentlich nur noch die Möglichkeit der Neuwahl, meinte Strache.

Hoffen auf Umdenken in der SPÖ

Folgerichtig hofft Strache daher weiterhin auf ein Umdenken in der SPÖ: Es wäre an der Zeit, dass die SPÖ die "dummhafte Ausgrenzung" der FPÖ beende, und Verhandlungen aufnimmt. "Wenn Herr Faymann nicht dazu Willens ist", dann werde dieser das der Bevölkerung erklären müssen. Er verwies auch auf Stimmen in der Sozialdemokratie, die für Verhandlungen mit den Freiheitlichen plädierten.

Zur Frage der Zustimmung der Freiheitlichen zu Verfassungsmaterien im Parlament betonte Strache einmal mehr, dass seine Fraktion auf die rasche Umsetzung eines Minderheitenrechtes bei der Einrichtung von parlamentarischen Untersuchungsausschüssen poche. Dies sei ein "offenes SPÖ-Versprechen", eine weitere Blockade würde die FPÖ nicht hinnehmen und könnte zu einer "Selbstblockade" der kommenden Regierung führen.

Achse der Opposition aufstellen

Dieses Minderheitenrecht könnte man auch schon vor einer Regierungsbildung im Parlament umsetzen, sagte Strache. Der FP-Chef will nun Gespräche mit den Chefs aller Oppositionsparteien aufnehmen. Es gelte, die "Achse der Opposition aufzustellen". Neben den bekannten Forderungen für eine Regierungsbeteiligung seiner Partei - u.a. Ausbau der Direkten Demokratie, Schritte in der Verwaltungsreform - nannte der Parteichef auch einen Kassasturz sowie eine Verkürzung der Legislaturperiode auf vier Jahre.

Kritik übte Strache auch erneut an einem für das Wochenende geplanten Treffen von radikalislamischen Salafisten in Wien. Die "Hassprediger" sollten bereits bei der Einreise festgenommen und ausgewiesen werden, so der FP-Chef.