Erstellt am 07. Dezember 2013, 15:44

Strache mit 96,32 Prozent als FPÖ-Chef bestätigt. HC Strache ist beim Parteitag in Graz mit 96,32 Prozent als FPÖ-Bundesparteiobmann wiedergewählt worden. In seiner Rede schwor Strache seine Partei bereits auf die Europawahl im Mai ein.

Diese könne zu einer "Denkzettelwahl" gegen Rot-Schwarz werden. Vor seiner Bestellung in seine fünfte Amtsperiode trat Strache mit einer zurückhaltenden Rede vor die 497 Delegierten in der Grazer Messehalle.

EU-Urnengang als "erste Herausforderung" und Zwischenstation

Obwohl das gewählte Hauptthema seiner Rede mit der Europa-Wahl an sich ja kein freiheitliches Kernthema darstellt, fiel die Wiederwahl zum Obmann klar aus: Strache fuhr rund zwei Prozentpunkte mehr an Zustimmung ein als noch 2011 (damals erreichte er ebenfalls in Graz 94,36 Prozent) - auch wenn er an das 2009er-Ergebnis von 97,23 Prozent nicht ganz herankam.

Die EU-Wahl bezeichnete Strache als "erste Herausforderung" des kommenden Jahres - wird von ihm aber auch als Zwischenstation zu weiteren erhofften Wahlerfolgen gesehen.

Grundsätzlich würde Strache ja baldige Neuwahlen auf nationaler Ebene bevorzugen, aber: "Wir können davon ausgehen, dass SPÖ und ÖVP noch vor Weihnachten zusammengehen - und wir weitere fünf Jahre Stillstandspolitik erleben werden", so seine Befürchtung.

"Denkzettelwahl" gegen Rot-Schwarz, Spitzenkandidat offen

Daher werde man bei der EU-Wahl die Chance nützen, "deutlich zuzulegen" - und die Chance, dass diese Wahl zu einer "Denkzettelwahl" gegen Rot-Schwarz werde, versprach der Parteichef seinen Zuhörern. Straches Optimismus war auch durch neueste Umfrage-Ergebnisse gestützt, die die FPÖ am Samstag bereits auf Platz Eins sahen.

Das sei aber auch kein Wunder, gab er zu verstehen, denn SPÖ und ÖVP hätten ja "Wahlbetrug" betrieben - und zwar durch "falsche Angaben vor der Wahl", verwies er auf das erst nach der Nationalratswahl bekannt gewordenen Budgetloch.

Mit welchem Spitzenkandidaten die FPÖ dann tatsächlich in die EU-Wahl geht, blieb in Graz wie angekündigt offen. Die aktuellen EU-Abgeordneten Andreas Mölzer und Franz Obermayr werden laut Straches Worten aber jedenfalls dabei sein, dazu will er auch "mit jungen und frischen Kräften" punkten.

Steirer Kunasek ersetzt in Parteispitze NÖ Ex-Landeschefin Rosenkranz

Einstimmig gewählt wurden in Graz auch die Stellvertreter Straches. Norbert Hofer, Harald Stefan, Johann Gudenus und Manfred Haimbuchner wurden in ihren Positionen bestätigt.

Neu in der Parteispitze ist der steirische Nationalratsabgeordnete Mario Kunasek - er ersetzt Barbara Rosenkranz, die ihre Funktion als NÖ Landeschefin ja bereits im Juni abgegeben hatte und seit der Wahl Abgeordnete im Nationalrat ist.