Erstellt am 10. Juni 2012, 01:35

Strache mit 99,21 Prozent wiedergewählt. Die Causa Graf hat das Vertrauen der Parteifreunde in ihren Chef offenbar keinesfalls geschwächt - im Gegenteil: Heinz-Christian Strache ist am Sonntagnachmittag mit überwältigendem Ergebnis als Landesparteiobmann der Wiener FPÖ wiedergewählt worden. Strache konnte beim 33. Landesparteitag 99,21 Prozent der Delegierten überzeugen - nach 99,12 Prozent im Gemeinderatswahljahr 2010.

Konkret entfielen diesmal 378 von 381 abgegebenen Stimmen auf den neuen alten Parteichef. Drei Stimmen waren ungültig. Strache bedankte sich nach einem Einzug zu den Klängen von "Wir, nur wir, wir sind die Sieger" und wehenden Fahnen der Parteijugend bei seinen "lieben Freunden" für "euer Vertrauen": "Ich bin gerührt, weil ich es nicht für möglich gehalten habe, dass man ein noch besseres Ergebnis haben kann als beim letzten Mal".

Strache hatte zuvor dem Dritten Nationalratspräsidenten Graf den Rücken gestärkt. In seiner rund eineinhalbstündigen Rede verurteilte Strache die "mediale Vorverurteilung" und konstatierte: "Es ist eine Treibjagd, die wir erleben mussten." Ausführlich ging Strache vor allem auf den Vorwurf ein, Graf habe fälschlicherweise als Rechtsanwalt bei zwei Nationalratswahlen kandidiert.

Laut Strache hat Graf jedoch keine falschen Angaben gemacht: "Wir haben am Wochenende alle Akten und Unterlagen durchsucht. Und natürlich sind wir fündig geworden." Aufgetaucht sind laut Strache nämlich die betreffenden Kandidatenformulare. Graf habe sich korrekt als Rechtsanwaltsanwärter bezeichnet. Wo der Fehler dann passiert sei, bei den Behörden oder wo anders, sei nicht mehr verifizierbar.

Strache rief auch dazu auf, zu warten, bis in der Frage der Gertrud-Meschar-Stiftung ein Gerichtsurteil vorliege. Und er befand: "Ich denke, dass Martin Graf, wenn er noch einmal in die Situation kommen würde, viele Dinge anders machen würde, um gar nicht erst den politischen Gegnern die Fläche zu geben, um diffamierend vorgehen zu können."