Erstellt am 10. Juli 2012, 12:36

Strache pocht auf Unschuldsvermutung bei Scheuch. FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache will nichts von Rücktrittsaufforderungen an seinen Kärntner Bündnispartner Uwe Scheuch hören, solange das Urteil gegen diesen nicht rechtskräftig ist.

Recht deutlich attestierte Strache seinem Kollegen aber, sich in der "Part-of-the-Game"-Affäre "flapsiger und dummer Aussagen" befleißigt zu haben. Strache meinte auch, Scheuch werde die "Konsequenzen" ziehen, sobald ein rechtskräftiges Urteil vorliege - ohne zu konkretisieren, ob er sich im Falle einer Bestätigung des Rechtsspruchs den Rücktritt Scheuchs erwarte.

Scheuchs Austritte gegen Bundespräsident Fischer und Nationalratspräsidentin Prammer vom Montag bezeichnete Strache als "nicht ganz durchdachte Wortmeldung", aber "ich verstehe Emotionen in diesen Fragen".

Solange das Verfahren gegen Scheuch nicht rechtskräftig abgeschlossen sei, gelte die Unschuldsvermutung, hielt Strache fest: "Rücktrittsaufforderungen sind unzulässige Vorverurteilungen." Liegt die Rechtskraft vor, müssten Scheuch und die FPK dann die Lage "entsprechend beurteilen": "Ich bin überzeugt, dass bei einem rechtskräftigen Urteil der Scheuch Konsequenzen für sich ziehen wird", so der FPÖ-Chef.

Welche Konsequenzen genau das sein sollen, wollte er zum jetzigen Zeitpunkt nicht erörtern, meinte Strache. Auch auf Nachfrage war ihm nicht zu entlocken, ob Scheuch im Falle einer Verurteilung jedenfalls zurücktreten sollte, auch wenn das Strafausmaß keinen automatischen Amtsverlust bedeuten würde. Solche Fragen werde primär "seine Partei" zu beurteilen haben, "da greife ich nicht vor".

Strache konzedierte allerdings, dass er die im Zuge des Prozesses neuerlich in der Öffentlichkeit präsenten Aussagen, die Scheuch letztendlich vor Gericht brachen, "dumm" und "flapsig" finde. Scheuch habe sich da sicher nicht geschickt ausgedrückt, doch Tatbestand gebe es auch keinen, unterstützte Strache die Argumentation der Kärntner Parteifreunde.