Erstellt am 02. September 2013, 14:32

Streik für Lehrergewerkschaft derzeit keine Option. Im Streit um das Lehrerdienstrecht setzt die Gewerkschaft derzeit ausschließlich auf Information.

"Protest in Form von Streik steht derzeit nicht zur Diskussion", betonte Paul Kimberger (FCG), Vorsitzender der ARGE Lehrer. Am Montag demonstrierten indessen Junglehrer und Lehramtsstudenten vor dem Unterrichtsministerium gegen die geplante Dienstrechts-Reform. Kimberger zeigte Verständnis dafür, dass die von der Gewerkschaft unabhängige Gruppierung auf die Straße geht. "Ich kann nachvollziehen, dass die jungen Leute ihren Unmut auf diese Weise äußern." Nun, da der Begutachtungsentwurf für die Reform öffentlich sei, zeige sich eben, dass die "Propaganda" von Beamtenministerin Heinisch-Hosek und Unterrichtsministerin Schmied (beide SPÖ) nicht der Wahrheit entspreche. "Der heutige Protest zeigt, dass wir von einem attraktiven, modernen Dienstrecht weit entfernt sind."

Der Zulauf zur Demonstration blieb allerdings gering: Knapp hundert Menschen versammelten sich vor dem Unterrichtsministerium. "Wir können auch anders", skandierten sie, und "Auch unser Idealismus hat Grenzen". In Sprechchören wandten sie sich "gegen die Ausbeutung der Junglehrer" und "gegen das Aushebeln der Gewerkschaft". Die Initiative befürchtet, dass das neue Lehrerdienstrecht mehr Klassen pro Lehrer und dadurch weniger Zeit für den einzelnen Schüler und massive Qualitätseinbußen zur Folge haben wird.

Viel Zuspruch an den Schulen

An den Schulen, wo am Montag bei den Eröffnungskonferenzen für die Protestveranstaltung geworben wurde, habe man viel Zuspruch erhalten, so die Gründerin der Initiative, Elisabeth Denscher. Allerdings müssten viele Kollegen am Nachmittag Nachprüfungen abhalten, erklärte sie sich den geringen Zulauf zu der Veranstaltung. Als weitere Maßnahmen wurden von einem Redner gemeinsame Demos mit Schülern und Eltern vorgeschlagen.

Die Regierung hatte vor knapp drei Wochen ohne Zustimmung der Gewerkschaft einen Gesetzesentwurf in Begutachtung geschickt. Vorgesehen ist ein einheitliches Dienstrecht für alle neu eintretenden Pädagogen ab 2019/20, bereits ab 2014 können Neu-Lehrer freiwillig das neue Modell wählen.