Erstellt am 04. September 2013, 15:05

Streit um bevorzugte Aufnahme von Christen. Der Streit um die Ankündigung der Regierung, bevorzugt christliche Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen, geht weiter. Am Mittwoch meldeten sich Oppositionsparteien zu Wort.

Während die Grünen sich gegen ein "Ausmustern" von Syrern anderen Konfessionen stellen und jährlich eine fixe Zahl aufnehmen wollen, möchte die FPÖ betont Christen aufnehmen und Asylwerberzentren an der EU-Außengrenze errichten.

Grünen lehnen Unterscheidung aufgrund der Religion ab

Die grüne Menschenrechtssprecherin Korun kritisierte die Aufnahme von 500 Flüchtlingen in Österreich als "Tropfen auf den heißen Stein". Die Grünen lehnen eine Unterscheidung zwischen religiösen Gruppen ab. "Humanitäre Katastrophen sind Katastrophen für alle Menschen, nicht nur für spezielle Konfessionen", sagte Korun.

Die FPÖ erklärte, sie sei "nicht gegen" die Aufnahme von 500 Syrern. Man müsse aber Christen bevorzugen, da diese ihrem Gastland "näher" stünden als Muslime, sagte ein Sprecher im Parlamentsklub. Der FP-Vizeparteichef Gudenus sagt in einer Aussendung, die EU solle im Syrien-Konflikt "Verantwortung übernehmen" und Asylwerberzentren an ihren Außengrenzen errichten.

Mikl-Leitner: Christen als "besonders schutzbedürftige" Gruppe

Innenministerin Mikl-Leitner traf am Dienstagabend mit Vertretern des UNHCR zusammen. Während Mikl-Leitner betonte, Christen seien als "besonders schutzbedürftige" Gruppe zu bevorzugen, erklärte UNHCR-Experte Pinter, das Wort "Christen" sei nicht Teil des Wordings, auf dass man sich mit dem Innenministerium geeinigt habe.

Caritas-Auslandshilfechef Schweifer betonte auf Anfrage, Österreich solle jenen Flüchtlingen helfen, die besonders schutzbedürftig seien. Als religiöse Minderheit seien sie in Syrien und der Region bedroht, aber es gebe auch andere Gruppen, auf die das zutreffe. Es sei jedoch legitim für Österreich, die Christen besonders im Blick zu haben, sagte er zuvor zu "Kathpress".