Erstellt am 22. Juni 2011, 00:00

Streit um drei „Fünfer“. „OBERSTUFE NEU“ / Abschaffung des „Sitzenbleibens“ verzögert sich. Auch im Burgenland sind sich SPÖ und ÖVP uneinig.

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VON WOLFGANG MILLENDORFER

Dämpfer für die Befürworter der „modularen Oberstufe“, jenem Bildungsmodell, mit dem der Aufstieg mit bis zu drei „Fünfern“ im Zeugnis möglich sein soll: Nachdem die Bundesregierung vor Kurzem die Neuerungen präsentiert hatte, ruderte die ÖVP Anfang der Woche wieder zurück: Die Frage, wo man die Grenze ziehe, um in die nächste Klasse aufsteigen zu können, werde nach der Begutachtung noch einmal erörtert werden müssen, kündigte VP-Bildungssprecher Werner Amon an.

Unabhängig davon verzögert sich jetzt auch das nötige Begutachtungsverfahren.

ÖVP warnt vor Defiziten,  SPÖ warnt vor „Bremsern“

Auch im Burgenland spricht sich die ÖVP indes gegen das vorliegende Modell aus. Für VP-Chef Franz Steindl ist es noch „unausgegoren“. Bildungssprecher Christian Sagartz warnt davor, junge Menschen „mit Gewalt“ durch ein Bildungssystem zu drücken und sie mit Defiziten aufsteigen zu lassen.

Die SPÖ ist hingegen für eine rasche Umsetzung des neuen Systems. SP-Bildungssprecherin Doris Prohaska bezeichnet das „Sitzenbleiben“ als „pädagogisch und volkswirtschaftlich unsinnig“. Landeschef Hans Niessl verweist auf laufende Schulversuche und meint: „Die ÖVP darf nicht wieder in ihre traditionelle Bremser-Rolle zurückfallen.“