Erstellt am 06. April 2016, 06:34

von Wolfgang Millendorfer

Streit um teure Telefone für Landesdienst. 1.600 neue Telefone für den Landesdienst. LBL kritisiert hohe Kosten, Land spricht von Einsparung bei Dienstreisen.

Die alten Telefone werden entsorgt. Kritik an Kosten. Symbolfoto: Müllner  |  NOEN, Müllner

Eine Anfrage der Liste Burgenland (LBL) an das Büro von Landeshauptmann Hans Niessl zeigt die Details zur geplanten Modernisierung der Telefonanlage: Insgesamt sollen – vom Landhaus bis in die Bezirkshauptmannschaften – rund 1.600 sogenannte „Telefonieports“ angeschlossen werden.

Die Vergabesumme bei zehnjähriger Laufzeit beträgt exklusive Umsatzsteuer rund 2,56 Millionen Euro, wie aus der Anfrage-Beantwortung des Landeshauptmann-Büros hervorgeht. Zu hoch für LBL-Mandatar Gerhard Hutter, der die Anfrage stellte: „Von den versprochenen Einsparungen ist weit und breit nichts zu sehen. Im Gegenteil: Es wird weiter viel öffentliches Geld verschleudert.“

Land: Videotelefonie statt Dienstreisen

Inklusive Steuer rechnet Hutter mit einer Investition von drei Millionen Euro. Zudem stößt er sich an den Kosten für die Einschulung, die laut Anfrage-Beantwortung bei rund 28.000 Euro liegen.

Seitens des Landes wird die Notwendigkeit einer zeitgemäßen Telefonanlage betont – die alte stammt aus den Jahren 2001/02. Wiederholt wird darauf hingewiesen: „Ein nicht unerheblicher Effekt ist zudem die einhergehende Kostenreduktion durch Einsparungen beispielsweise bei Dienstreisen.“ Hutters Antwort: „Wenn die Anschaffung damit begründet ist, dann könnten ja auch Dienstwägen eingespart werden.“