Erstellt am 18. Mai 2011, 00:00

Streiten wie „die Großen“. JUGENDLANDTAG /  „Voller Erfolg“ oder „Polit-Show“? Auch bei der vierten Jugend-Sitzung gingen die Meinungen auseinander.

Auf einer Bank – doch nicht immer im Einklang: Vertreter von LBL, ÖVP und FPÖ im Jugendlandtag.  |  NOEN
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VON WOLFGANG MILLENDORFER

„Es mag sein, dass die politischen Rituale von vielen Jugendlichen als uncool oder bizarr angesehen werden. Und ehrlich gesagt sind manche Aktionen auch so einzustufen …“ – mit diesen Worten eröffnete Landtagspräsident Gerhard Steier in der Vorwoche den vierten Jugendlandtag. Wie sich kurz darauf zeigte, haben die jungen Abgeordneten „politische Rituale“ ebenfalls bereits im Repertoire.

Denn auch bei seiner vierten Sitzung stellte sich der Jugendlandtag – aus Sicht des ÖVP-Nachwuchses – selbst in Frage: Dass die Sitze nach den Kräfteverhältnissen im „echten“ Landtag vergeben werden, veranlasste JVP-Mann Patrik Fazekas zur neuerlichen Kritik: „Das macht den Jugendlandtag zur reinen Showbühne für den Polit-Nachwuchs.“ Enttäuscht zeigte sich darauf SJ-Landesgeschäftsführer Martin Giefing: „Bislang hat der Jugendlandtag immer zählbare Erfolge gebracht.“

Anträge zu Bildung, Umwelt,  Mobilität und Arbeitsmarkt

Die Forderung der JVP: Wie auch im Wiener Jugendparlament sollen Schüler die Plätze der (Jung-)Politiker einnehmen. Seitens der SPÖ heißt es jedoch, dass diese Initiative nicht vergleichbar sei. Im Jahr 2008 hatte sich der Jugendlandtag selbst einstimmig für eine Neuausrichtung ausgesprochen. Beschluss gab es dazu aber bislang keinen. Was die aktuellen Anträge angeht, gilt wieder das Versprechen der Landespolitik, diese „eins zu eins“ in den Landtag einlaufen zu lassen, was noch vor der Sommerpause passieren könnte.

Formuliert sind die Anträge noch recht weitläufig: Verbessert werden sollen die Mobilität und „die Bildungschancen junger Menschen“, junge Arbeitnehmer sollen entlastet und „Zukunftsstrategien für das Energieland“ gefunden werden.

Im Detail diskutiert wurden Themen wie die Einführung des Schulfaches „Politische Bildung“, transparente Führerscheinkosten, Kostenfallen für Lehrlinge oder die politische Einflussnahme auf Direktorenbesetzungen.