Erstellt am 23. Oktober 2013, 15:52

Stronach kann sich demokratischere Strukturen vorstellen. Parteichef Frank Stronach hat sich am Mittwochnachmittag vor einer Sitzung des "Bundesdirektoriums" des Team Stronach in Oberwaltersdorf (Bezirk Baden) bereit gezeigt, demokratische Strukturen in der Partei zu etablieren.

APA15254922 - 23102013 - OBERWALTERSDORF - …STERREICH: Frank Stronach vor Beginn einer Bundesdirektoriumssitzung des Team Stronach am Mittwoch, 23. Oktober 2013, in Oberwaltersdorf. APA-FOTO: ROBERT JAEGER  |  NOEN, ROBERT JAEGER (APA)
Ob mittels Statutenänderung, ließ er vor Journalisten allerdings offen. Er erwarte eine konstruktive Sitzung, sagte Stronach. Man werde durchgehen, welche Fehler man gemacht habe und was man in Zukunft machen müsse.

Chaos seit Wahl: Landeschefs abgesetzt und Vorstand umgebaut

Seit dem mageren Ergebnis bei der Nationalratswahl Ende September brodelt es im Team Stronach gewaltig: Der Parteichef setzte etwa drei Landeschefs ab, baute den Vorstand um und fordert Geld von Landesparteien zurück. Diese, aber auch Nationalratsabgeordnete, verlangen nun mehr innerparteiliche Demokratie.

Als erster Schritt wurde das Bundesdirektorium eingerichtet, das aber erst von Stronach, der erst diese Woche wieder aus Kanada zurückgekommen ist, abgesegnet werden muss. Der Salzburger Landesrat Hans Mayr - einer der abgesetzten Landesparteichefs - forderte vor der Sitzung am Mittwoch, das Direktorium und das ebenfalls aufgestellte Parteipräsidium in die Statuten aufzunehmen.

"Zunächst Kompetenzen festlegen"

Unklar ist, ob Stronach bereit ist, die Statuten, die ihm sehr viel Macht geben, zu ändern. Eine entsprechende Frage verneinte er zunächst, man müsse einmal die Kompetenzen der Organisation in Bezirken, Ländern und Bund festlegen. Gleichzeitig meinte er aber auch, die Statuten würden einem laufenden Veränderungsprozess unterliegen, man werde das ändern, was man glaube verändern zu müssen.

Dass er sich heute schon aus der Partei zurückzieht, schloss Stronach aus. Wie lange er Abgeordneter sein wolle, wisse er aber noch nicht. Ex-ORF-Generaldirektorin Monika Lindner, die ihr Mandat nicht der Partei zur Verfügung stellen will, werde eigentlich bei der heutigen Sitzung nicht Thema sein. Über eine etwaige Anzeige gegen Lindner sei noch nicht entschieden worden.

Für den späten Nachmittag ist eine Pressekonferenz geplant.