Erstellt am 09. Oktober 2012, 21:32

Stronach klagte "Frank Stronach Partei". Frank Stronach zieht vor Gericht: Weil im September eine "Frank Stronach Partei" mit Sitz in Salzburg gegründet wurde, die aber weder mit der Person Frank Stronach noch mit seiner ebenfalls im September gegründeten Partei "Team Stronach" etwas zu tun hat, brachte der austro-kanadische Milliardär am Landesgericht Salzburg eine Unterlassungsklage mit einem Streitwert von 200.000 Euro ein.

"Die Zivilklage wurde am 14. September eingebracht. Die Klage ist gestützt auf das Persönlichkeitsrecht. Es geht um eine unzulässige Verwendung des Namens, um an dem Öffentlichkeitswert dieses Namens mitzupartizipieren", erklärte der Mediensprecher und Vizepräsident des Landesgerichts Salzburg, Imre Juhasz, am Dienstag auf APA-Anfrage. Geklagt wurden drei Proponenten der "Frank Stronach Partei" und eine juristische Person.

Der Erstbeklagte und der Zweitbeklagte sind laut dem Kläger Vertreter der Partei "Die Christen", Landesorganisation Salzburg. Der Drittbeklagte ist dem Kläger zufolge ein Unternehmer. Die Viertbeklagte sei die "Frank Stronach Partei" selbst, deren Statuten am 10. September 2012 zusammen mit einem Schreiben der Proponenten beim Innenministerium hinterlegt worden seien - dadurch erhalte die Partei auch Rechtspersönlichkeit. In der Zivilklage wird eine "Unterlassung", "Beseitigung" und "Feststellung der Haftung" begehrt. Frank Stronach kenne die beklagten Personen nicht, hieß es.

Unterdessen stößt das "Team Stronach" - nach eigener Darstellung - auf großes Interesse. Abgeordneter Robert Lugar berichtete von einem "E-Mail-Ansturm" von mehr als 2.000 Anfragen. Er versicherte, dass "drei Mitarbeiterinnen rund um die Uhr an der Beantwortung" arbeiten. Sie hätten aber erst rund 500 Anfragen erledigt. Die übrigen 1.500 Stronach-Interessierten bat Lugar um Geduld.

Ein großer Andrang herrschte auch Dienstagabend bei einer Veranstaltung des austrokanadischen Industriellen und Neo-Politikers Frank Stronach in den Innsbrucker Ursulinensälen. Angekündigt war die Präsentation seiner Werte und seines Programmes. Zudem zog er auch eine Kandidatur bei der im kommenden Frühjahr anstehenden Tiroler Landtagswahl in Erwägung. Eine Entscheidung werde in "ein, zwei Wochen" fallen.