Erstellt am 10. Juni 2013, 05:40

Stronach pfeift Lugar punkto Gewerkschaften zurück. Frank Stronach pfeift seinen Klubchef Robert Lugar in Sachen Gewerkschafts-Kritik zurück.

Er selbst habe nie gesagt, dass man die Gewerkschaften nicht braucht, beteuerte Stronach am Sonntag in der ORF-Reihe "Im Zentrum" und sagte sogar wörtlich: "Die Gewerkschaften sind wichtig." Aber sie seien überverwaltet, hätten "Paläste" und müssten sich ändern, kritisierte er.

Dass Stronach auf die Gewerkschaften losgeht, hatte die "Kronen Zeitung" am 24. Mai geschrieben. Wobei der Milliardär selbst nur damit zitiert wurde, dass "keine Regierung, keine Gewerkschaft Arbeitsplätze garantieren" könne. Aber die "Krone" fragte bei Team Stronach-Klubchef Lugar nach, ob das so zu verstehen sei, dass Stronach die Gewerkschaft auflösen möchte. Und dieser sagte: "Frank sieht das so: Die Gewerkschaften brauchen wir nicht - er sorgte ja als Unternehmer immer selbst gut für seine Mitarbeiter", ergänzt von eigenen Angriffen gegen die Gewerkschaft. In den Tagen darauf doppelte Lugar noch nach und forderte schließlich, die Sozialpartner auf Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer zu reduzieren, also auf die Gewerkschaften und die Landwirtschaftskammer zu verzichten.

Er habe diesen Vorschlag nicht gemacht, sagte Stronach dazu am Sonntag. Er lasse "alle sprechen, ich binde keinen Maulkorb um" - und er habe nicht mitgelesen, weil "ich war nicht da", antwortete er auf die Frage, ob er Lugars Meinung denn nicht teile. Aber der Parteigründer stellte doch klar: Letztlich gelte, was er sage, "ich vertrete das Team Stronach". Und: "Ich lege die Regeln fest und ich habe immer gesagt, dass die Gesellschaft ausbalanciert sein muss und es Arbeitervertretungen geben muss."

Kritik an der Gewerkschaft hatte er allerdings anzubringen: Sie nehme den Arbeitern 200 Mio. Euro ab und die Verwaltung sei zu groß. Alle müssten sich ändern, wichtig sei, wie man Arbeitsplätze schaffen und erhalten könne.

Dies konnte ÖGB-Präsident Erich Foglar nicht unwidersprochen lassen: Die 200 Millionen seien die Mitgliedsbeiträge der 1,2 Millionen freiwilligen Mitglieder, die Gewerkschaft habe keine "Paläste", sondern normale Bürogebäude und das meiste, was sie ausgebe, gebe sie für die Mitglieder aus.