Erstellt am 06. November 2012, 13:37

Studenten bei Studiengebühren gespalten. Die Studenten sind beim Thema Studiengebühren gespalten. Jeweils knapp ein Viertel plädierte bei einer ÖH-Umfrage für die gänzliche Abschaffung der Gebühren bzw. eine Einführung für alle Studenten.

45 Prozent wollen Gebühren an Unis und Pädagogischen Hochschulen (PH) nur bei starker Überschreitung der Mindeststudiendauer, während Fachhochschulen (FH) selbst über Gebühren entscheiden sollen Neun Prozent plädieren für Gebührenfreiheit an Unis und PH und wollen FH selbst entscheiden lassen. An der vom Institut für Jugendkulturforschung im September und Oktober durchgeführten Online-Befragung haben 1.015 Studenten teilgenommen. "Studiengebühren sollen nicht der Normalfall sein", interpretierte Manfred Zentner vom Institut für Jugendkulturforschung die Ergebnisse. "Eine klare Mehrheit ist dagegen. Aber es gibt eine Bereitschaft, wenn man Fehler macht - also die Mindeststudiendauer überschreitet - zu bezahlen."

Beim Thema Zugangsbeschränkungen sprechen sich 46 Prozent der Befragten für einen komplett offenen Hochschulzugang für alle Personen mit einer Studienberechtigung aus. 30 Prozent wollen Beschränkungen an allen Hochschultypen. 24 Prozent plädieren für einen offenen Uni-Zugang, wollen aber Beschränkungen an Kunstunis, PH und FH. Für ÖH-Vorsitzenden Martin Schott (Fachschaftslisten/FLÖ) zeigt die Umfrage, dass die Studenten flächendeckende Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen "eindeutig ablehnen".

Negativ wahrgenommen wird von den Studenten die derzeitige Umsetzung der Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP). Zwei Drittel sind der Ansicht, dass diese zu Studienabbrüchen vieler Studenten führen wird. Problematisch werden vor allem "Knock-Out-Prüfungen" und die lebenslange Sperre bei Nichtbestehen der STEOP für dieses Fach bewertet. Als positive Aspekte der STEOP werden der Überblick über die wesentlichen Inhalte und den weiteren Verlauf des Studienfachs gesehen.

Die neue Spitze der VP-nahen AktionsGemeinschaft spricht sich derzeit gegen Studiengebühren aus. "Ich kann ja über keine Vignette reden, wenn es noch keine Autobahn gibt", so AG-Obmann Florian Lerchbammer. Man könne keine Rechnung ausstellen, wenn es dafür keine Leistung gebe. "Wenn ich am Boden sitz', muss ich nicht zahlen", ergänzte Geschäftsführer Rafael Putz.