Erstellt am 19. April 2012, 19:40

Studenten besetzten Audimax der Uni Wien. Rund 200 Studenten haben den größten Hörsaal der Uni Wien, das Audimax, besetzt. Ihr Protest richtet sich gegen die geplante Abschaffung des Bachelor-Studiums Internationale Entwicklung, das erst vor vier Jahren eingeführt worden war und in dem rund 2.000 Studenten inskribiert sind.

Zuvor wurde bereits das Rektorat der Uni Wien für einige Stunden besetzt gehalten.

Der Prüfungs- und Lehrveranstaltungs-Betrieb im Hauptgebäude der Universität Wien wurde unterbrochen, das Hauptgebäude geschlossen. Auch vor dem Gebäude versammelten sich - neben vielen Polizisten - Sympathisanten. Eine Demo zur Unterstützung der Besetzer war geplant.

Das Rektorat führt unterdessen Gespräche mit der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) der Uni Wien, die sich mit den Besetzern solidarisiert hat. In Kürze soll ein Vertreter des Rektorats kommen und diesen ein Angebot machen.

"Wir wollen bleiben", meinte einer der Initiatoren der Wiederbesetzung des Audimax, das bereits im Herbst 2009 über Wochen hinweg von Studenten okkupiert war, die sich u.a. gegen eine Verschulung des Studiums und schlechte Studienbedingungen einsetzten. Mittlerweile sei die Besetzung nicht nur von Studenten der Internationalen Entwicklung (IE) getragen, heißt es von der ÖH. Angesichts der schlechten Studienbedingungen hätte das Rektorat aber auch damit rechnen müssen, dass die Studenten sich wehren, so eine ÖH-Sprecherin zur APA. In einer Aussendung zeigte sich auch die Bundesvertretung der Hochschülerschaft solidarisch. Der Protest sei der einzige Ausweg für Studierende, sich Gehör zu verschaffen.

"Wir sind verzweifelt, wir haben schon alles probiert", begründet IE-Student Gerhard die Besetzung. "Wir müssen das nächste Semester mit dem Ziel starten, die Uni wirklich lahmzulegen", forderte deshalb einer der Redner im Plenum. Dieses hat sich inzwischen nicht nur für eine Beibehaltung des IE-Bachelorstudiums ausgesprochen, sondern auch gegen die ab Herbst von Rektor Heinz Engl geplante autonome Einführung von Studiengebühren an der Uni Wien und die als "Knockout-Phase" kritisierte Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP). Weil "die Grenze des Erträglichen schon lange überschritten" sei, rief die ÖH zu einer Kundgebung am 26. April 2012 um 14 Uhr auf, parallel zu einer Sitzung des Senats der Uni Wien.