Erstellt am 11. April 2013, 13:29

Studenten wollen ins "Amt" und Work-Life-Balance. Uni-Absolventen wollen am liebsten im öffentlichen Dienst arbeiten und sehen als wichtigstes Karriereziel die Work-Life-Balance.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Vereinigung der Absolventen an der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU), der Kepler Society unter ihren Mitgliedern sowie Studierenden ab dem dritten Semester, das in einer Pressekonferenz am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Auf die Frage, welche Branche für die Arbeit nach dem Studium bevorzugt werde, nannten über 30 Prozent der insgesamt 1.537 Befragten den öffentlichen Dienst, es folgen mit jeweils über 26 Prozent die Bereiche Management Beratung, Wirtschaftsprüfung und Buchhaltung sowie Forschung und Lehre. Am wenigsten gefragt ist die Baubranche, nicht viel besser geht es verschiedenen Bereichen der Industrie.

An oberster Stelle bei der Frage nach dem Ziel der beruflichen Karriere landete "eine ausgewogene Work-Life-Balance". Das erklärten zwei Drittel der Befragten. 48 Prozent wollen in der Arbeit "intellektuell herausgefordert" sein, fast 37 Prozent "einem sicheren und beständigen Job nachgehen".

Erst dahinter und mit Anteilen von unter 25 Prozent deutlich abgeschlagen werden als Ziele "Führungskraft mit leitender Position", "selbstständig oder unabhängig", "Fachexperte" sowie "unternehmerisch oder kreativ/innovativ sein" genannt. Eine internationale Laufbahn streben nur an die 17 Prozent an.

Für den Präsidenten der Kepler Society, den Linzer Unternehmensberater Gerhard Stürmer, ihren Geschäftsführer Florian Hippesroither und den JKU-Vizerektor für Außenbeziehungen Friedrich Roithmayr sind die Ergebnisse der Umfrage nicht überraschend, aber dennoch erschreckend. Sie sehen ein "massives gesellschaftliches Problem" und warnen: "Wir steuern auf ein neues Biedermeier zu." Work-Life-Balance sei schon wichtig. Aber auf Dauer sei der Wohlstand nur mit Leistung aufrechtzuerhalten.