Erstellt am 15. September 2012, 08:23

Studienbeihilfe für jedes zweite Bauern-Kind. Fast jeder zweite Student (43 Prozent), dessen Vater Land- oder Forstwirt ist, hat 2011 Studienbeihilfe erhalten.

Das zeigt eine Auswertung der Beihilfebezieher nach dem Berufsstatus der Eltern im Rahmen der Studierenden-Sozialerhebung 2011. Unter Arbeiter-Kindern wurde nur jeder Vierte (26 Prozent) gefördert. Kinder von Bauern machen insgesamt allerdings nur vier Prozent aller Studenten aus.

Weiters erhielten 23 Prozent der Kinder von Ein-Mann-Unternehmern Studienbeihilfe, unter Kindern einfacher Angestellter und Selbstständiger mit Angestellten waren es jeweils rund 15 Prozent. Unter Studenten, deren Vater leitender Angestellter, Beamter oder Freiberufler ist, erhielt weniger als jeder Zehnte Beihilfe.

Zuletzt hat es in der SPÖ vermehrt Forderungen nach einer Veränderung der Berechnungsmethode gegeben, weil derzeit Kinder von Landwirten und Selbstständigen bevorzugt würden. Wie die Daten belegen, bekommt unter diesen tatsächlich ein größerer Anteil Beihilfen als der Gesamtschnitt von 15 Prozent aller Studenten. Das liegt laut Studienautor Martin Unger vom Institut für Höhere Studien allerdings weniger am Stipendiensystem, sondern habe mit dem gesamten Steuersystem zu tun.

So würden auch bei der Berechnung der Stipendien bei Selbstständigen Pauschalen und bei Bauern der Einheitswert herangezogen. Unger sieht das Problem der Studienbeihilfe allerdings ohnehin bei jenen 85 Prozent der Studenten, die gar keine Studienbeihilfe erhalten, und nicht bei der relativ kleinen Gruppen der Kinder von Bauern und Studenten.

Die Kinder von Bauern sind an den Hochschulen nämlich klar in der Minderheit: Nur vier Prozent sind dieser Gruppe zuzurechnen. Die größte Gruppe sind jene Studiosi, deren Vater leitender Angestellter ist (22 Prozent), gefolgt von Kindern einfacher Angestellter (15 Prozent), einfacher Beamter und Arbeiter (je 13 Prozent), leitender Beamter (elf Prozent) sowie Kinder von Selbstständigen mit Angestellten (zehn Prozent) bzw. selbstständigen Ein-Mann-Unternehmern (sechs Prozent) und Freiberuflern (drei Prozent).