Erstellt am 04. Oktober 2013, 14:09

Studieneingangsphase: Kritik an unklare Vorgaben. Seit dem Wintersemester 2011/12 gibt es in Fächern ohne Zugangsbeschränkung die Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP). Diese soll im ersten Semester einen Überblick über Inhalte des Studiums bieten.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Wegen unklarer Vorgaben durch das Wissenschaftsministerium und des Zeitdrucks bei der Einführung werde die STEOP sehr unterschiedlich umgesetzt, kritisiert der Rechnungshof.

Die Frist von nur drei Monaten zur Umsetzung der STEOP war laut RH für die Unis "zu kurz für die Schaffung inhaltlich neuer Lehrveranstaltungen", außerdem eröffne das Gesetz bei der inhaltliche Zielsetzung "weiten Interpretationsspielraum". Die Folge: Es wurden etwa an den Unis Graz und Innsbruck einfach bestehende Lehrveranstaltungen zu solchen der STEOP erklärt.

Die Anforderungen der STEOP wiederum sind je nach Unis extrem unterschiedlich: Sie liegen zwischen 0,5 und 30 ECTS (letzteres entspricht dem Arbeitsaufwand von einem Semester Vollstudium). Dementsprechend schwankt auch die Erfolgsquote: Zwischen 29 und 65 Prozent der Studenten haben die STEOP innerhalb eines Semesters abgeschlossen.

Außerdem wurde den Studenten an manchen Unis ermöglicht, weitere Lehrveranstaltungen zu besuchen, obwohl sie das eigentlich dem Prinzip nach erst nach der erfolgreichen Absolvierung der STEOP dürften. Das Ministerium solle festlegen, ob bzw. in welchem Umfang zusätzliche Lehrveranstaltungen vor Abschluss der STEOP absolviert werden dürfen, fordert der RH.

Unklar ist für den RH auch, wieso die STEOP-Lehrveranstaltung laut Gesetz mindestens ein halbes Semester, die gesamte STEOP aber ein Semester dauern muss. Die Prüfer wissen auch nicht, wie die Unis die gesetzliche Vorgabe umsetzen sollen, pro Semester für eine STEOP-Lehrveranstaltung zwei Prüfungen mit je zwei Terminen abzuhalten.

Der Rechnungshof forderte das Wissenschaftsministerium auf, die STEOP zu evaluieren und den Unis zumindest Empfehlungen zu geben, wie diese inhaltlich auszusehen hat.