Erstellt am 24. Mai 2013, 14:05

Team Stronach legt sich mit Gewerkschaften an. Frank Stronach legt sich mit den Gewerkschaften an. In einem Zeitungs-Bericht hält der austro-kanadische Milliardär die Arbeitnehmervertretung für nicht mehr notwendig.

Sein Klubobmann Lugar konkretisiert: "Wir brauchen die Gewerkschaften nicht, sie blockieren doch alles." SPÖ-Bundesgeschäftsführer Darabos sieht sich in seiner Auffassung bestätigt, dass mit Stronach "kein Staat zu machen ist".

"Keine Regierung, keine Gewerkschaft kann Arbeitsplätze garantieren. Die beste Garantie für Arbeitsplätze ist, wenn Management und Mitarbeiter gut zusammenarbeiten", heißt es im erwähnten Medienbericht. Lugar erläutert diese Aussagen: "Frank sieht das so: Die Gewerkschaften brauchen wir nicht - er sorgte ja als Unternehmer immer selbst gut für seine Mitarbeiter." Der Klubobmann will die Gewerkschaften zwar "nicht verbieten, aber zurückstutzen".

FSG-Vorsitzender: Aussage bestärken Gewerkschaft in ihrem Einsatz

Der Vorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) im ÖGB, Wolfgang Katzian, sieht darin autoritäre Ansagen, die die Gewerkschaft in ihrem Einsatz für Demokratie und Freiheit bestärken. Die Gewerkschaft werde sich "aber allen Versuchen mit Entschiedenheit entgegen stellen, dieses Politikverständnis auf unsere gesellschaftlichen Strukturen auszudehnen", betonte der FSG-Vorsitzende in einer Aussendung.

"Angesichts der sich verschärfenden sozialen Krise in der Europäischen Union sehen es manche Unternehmer und ihre politischen Handlanger offenbar verlockend, die Kraft der Gewerkschaftsbewegung nahhaltig zu schwächen und ihr Programm autoritär durchzusetzen", kritisierte Katzian.

SP-Bundesgeschäftsführer Darabos: "arbeitnehmerfeindliche Gesinnung"

Für Darabos verdeutlichen die Angriffe Stronachs auf die Gewerkschaften dessen "arbeitnehmerfeindliche Gesinnung". Der SPÖ-Bundesgeschäftsführer erwartet sich auch eine klare Distanzierung von ÖVP und Grünen von den Attacken Stronachs auf die Gewerkschaften. In Salzburg verhandeln ja derzeit diese beiden Parteien mit dem Team Stronach über eine künftige Koalition.