Erstellt am 09. Oktober 2013, 14:31

Team Stronach-Sitzung unerwartet beendet. Die "Bundesdirektoriumssitzung" des Team Stronach ist am Mittwochnachmittag recht plötzlich zu Ende gegangen.

Kathrin Nachbaur, Statthalterin von Parteigründer Frank Stronach, verließ das Areal in Oberwaltersdorf gegen 14.00 Uhr, weil sie einen dringenden Termin habe, hieß es. Kurz zuvor hatte es noch geheißen, es werde "open end" geredet. Der abgesetzte Kärntner Landeschef Gerhard Köfer zeigte sich daraufhin "wenig überrascht über die Art, wie man mit einem Problem umgeht".

Köfer: "Das ist das, was ich nicht wollte"

"Ich fahre nach Hause mit keiner Entscheidung", sagte Köfer, "das ist das, was ich nicht wollte, wir haben die Hand ausgestreckt". Die rebellischen Kärntner rund um den Landesrat drohen ja mit einer Abspaltung und hatten ein Ultimatum bis zum Wochenende gestellt.

Köfer wollte klare Zugeständnisse zu den Forderungen nach mehr Autonomie für die Landespartei. Ums Geld gehe es nicht: "Wenn er (Stronach) seine Million wiederhaben will, dann soll er sie auch bekommen."

Keine Zeit für Kärntner Anliegen, kein neuer Termin

Man habe die Forderungen deponiert, es sei aber keine Zeit reserviert worden, über die Kärntner Wünsche zu reden. Nach dem Mittagessen sollte die Sitzung eigentlich weitergehen, dazu kam es aber nicht.

Einen neuen Termin mit Nachbaur habe er nicht, erklärte Köfer. Er werde nun zurück nach Kärnten fahren und mit seinen Mitstreitern den heutigen Tag Revue passieren lassen beziehungsweise besprechen, wie es weitergehe.

Gremium sollte laut Mayr in Statuten verankert werden

Der ebenfalls von der Bundespartei abgesetzte Landeschef aus Salzburg, Hans Mayr, stellte sich auf Köfers Seite, wiewohl die Salzburger nicht mit Abspaltung drohen. Man habe heute mit der Einsetzung des Bundesdirektoriums erste Schienen gelegt, welchen Wert das habe, werde man erst sehen.

So wurde das neue Gremium noch nicht in den Parteistatuten verankert, wie Mayr bestätigte. Das wäre aber notwendig, um Parteigründer Stronach tatsächlich etwas Macht zu nehmen.

Nachbaur zuversichtlich, "gute demokratische Strukturen" zu entwickeln

Es seien noch nicht alle Fragen gelöst, räumte Nachbaur ein, sie sei aber zuversichtlich, dass man die "strukturellen Herausforderungen" lösen werde. Man werde "gute demokratische Strukturen entwickeln", aber der Prozess werde dauern. Zu Abspaltungstendenzen wollte sie vorerst keine Stellungnahme abgeben.

Nicht so gut dürfte derzeit auch das Verhältnis zwischen der abgesetzten NÖ-Landeschefin Landesrätin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger und ihrer Nachfolgerin Renate Heiser-Fischer sein: Es gebe Kontakt, versicherte Heiser-Fischer.