Erstellt am 09. Oktober 2013, 02:30

Team Stronach trifft sich zur Krisensitzung. Das Team Stronach sucht am Mittwochvormittag Wege aus den Turbulenzen.

Im niederösterreichischen Oberwaltersdorf trat erstmals das neu geschaffene "Bundesdirektorium" zusammen. Auch der abgesetzte Kärntner Team Stronach-Chef Gerhard Köfer kam zur Krisensitzung. Er will über die Forderung nach einer autonomen Kärntner Landesgruppe verhandeln. Indes steht die Landesgruppe in Vorarlberg vor der Auflösung.

Seit dem mageren Ergebnis von 5,7 Prozent bei der Nationalratswahl geht es im Team Stronach rund. Der Parteigründer baute den Vorstand um, feuerte drei Landeschefs und will Geld zurück. Die Kärntner Landesgruppe reagierte rebellisch und drohte mit Abspaltung. Um die Wogen zu glätten, berief Stronachs Statthalterin Kathrin Nachbaur für Mittwoch das neue Gremium ein, in dem die künftigen Abgeordneten, die Landesräte und die Landeschefs vertreten sind. Köfer war allerdings ursprünglich erst für Donnerstag geladen.

Kärntner fordern "autonome Landesgruppe"

Dienstagabend um 22.34 Uhr habe er einen Anruf erhalten, dass er doch am Mittwoch eingeladen sei, sagte Köfer. Nach wie vor pocht Köfer darauf, dass die Kärntner eine "autonome Landesgruppe" werden, die personell und finanziell selbstständig entscheiden kann - das sei gerechtfertigt, denn so laufe es in jeder anderen Partei auch, argumentierte der Landesrat.

Abgerückt ist man von der Forderung, die von Frank Stronach zurückverlangte eine Mio. Euro nicht zurückzahlen zu müssen. Auch beharrt Köfer nicht mehr darauf, weiter Parteichef zu sein. Gefragt, ob er auch mit dem von Stronach eingesetzten Landtagsabgeordneten Siegfried Schalli zufrieden wäre, meinte Köfer: "Es geht darum, dass man jemanden findet, der mehrheitsfähig in Kärnten ist."

Nichts von Abspaltungstendenzen hält der ebenfalls durch die Bundespartei abgesetzte ehemalige Salzburger Landeschef, Landesrat Hans Mayr: Man sollte jetzt Lösungen finden, meinte er. Seine Demontage werde sein Engagement für die Partei "nicht dämpfen". Dass die Konten der Landespartei in Salzburg gesperrt seien, sei richtig.

Turbulenzen auch in Vorarlberg

Drunter und drüber geht es auch in Vorarlberg. Zwei Vorstandsmitglieder und neun Ortsgruppenobleute - und damit der gesamte Vorstand bis auf Landesgruppenobmann Christoph Hagen - traten nach einer Sitzung am Dienstagabend geschlossen von ihren Funktionen zurück und aus der Partei aus, berichteten Vorarlberger Medien. "Wir sind sehr enttäuscht von Frank Stronach und von Christoph Hagen", so der bisherige stellvertretende Obmann und Finanzreferent Siegmund Buocz. Das Landesbüro in Dornbirn werde geschlossen, auch bei der Landtagswahl 2014 werde man nicht antreten.