Erstellt am 15. Oktober 2011, 11:01

Telekom-Affäre - Kräuter fordert Rücktritt von Beyrer. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter forderte am Samstag den Rücktritt von ÖIAG-Chef Markus Beyrer.

Anlass waren neue Enthüllungen des "profil" rund um die angebliche Intervention von Michael Kloibmüller, Kabinettschef des Innenministeriums, bei der Telekom. Das Nachrichtenmagazin berichtet in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe, dass Beyrer seit Wochen darüber informiert gewesen sei, aber keine Schritte gesetzt habe, um den politischen Druck von dem börsennotierten Konzern zu nehmen. Kloibmüller soll im August bei einem Treffen mit Vertretern der Telekom Austria Druck ausgeübt haben, mögliche Verwicklungen des Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly in die Telekom-Affäre nicht zu offensiv zu kommunizieren. Telekom-Chef Hannes Ametsreiter soll Beyrer darüber bereits am 26. August informiert haben, schreibt "profil" in einer Vorausmeldung. Beyrer habe aber nichts unternommen. Dies sei "nicht sein Thema", sagte ein Sprecher Beyrers dazu gegenüber dem Nachrichtenmagazin. Für Kräuter war es allerdings Anlass, umgehende personelle Konsequenzen an der Spitze der Staatsholding zu verlangen. "Beyrer ist als ÖIAG-Chef und Telekom-Aufklärer untragbar geworden." Das offenkundige Dulden der Interventionen disqualifiziere Beyrer als Kontrollorgan, er müsse als Vorsitzender des Telekom-Kontrollausschusses abgelöst werden - und auch an der Spitze der ÖIAG habe ein "unbelastetes und glaubwürdiges Management zu stehen". "Aufgrund des Kontrollversagens beim Telekomskandal und der Mensdorff Pouilly-Geldflüsse im OMV-Bereich" will Kräuter die ÖIAG-Spitze auch im Korruptions-Untersuchungsausschuss durchleuchten. Dies hat auch der Grüne Abg. Peter Pilz schon mehrfach verlangt. Er wartete - im "profil" - mit weiteren Details zu Beyrer: Dieser sei, noch als Generalsekretär der Industriellenvereinigung, gleich bei mehreren Jagden auf Mensdorffs Anwesen im burgenländischen Luising zu Gast gewesen. Zumindest zwei davon sollen auf Rechnung der Telekom gelaufen sein. Bisher war nur von einer Reise nach Schottland auf Kosten der Telekom die Rede. ÖIAG-Sprecher Bernhard Nagiller hielt dazu fest, Beyrer sei "in seiner Zeit als IV-Generalsekretär auf vielen Jagden gewesen, er führt darüber nicht Buch".