Erstellt am 27. September 2011, 13:33

Telekom-Affäre - ÖIAG-Taskforce noch immer in den Kinderschuhen. Am 2. September hatte ÖIAG-Chef Markus Beyrer die vollständige Aufklärung der Telekom Affäre mittels eigener ÖIAG-Taskforce angekündigt.

Nun ist beinahe ein Monat ins Land gezogen und noch immer wurden weder der Wirtschaftsprüfer noch der Compliance-Experte - also ein Fachmann für Firmen-Benimm-Regeln - noch ein Rechtsanwalt für Schadenersatzansprüche gegen Ex-Manager bestellt. Allerdings hat bereits die Taskforce unter Vorsitz von Beyrer getagt. Ergebnisse wurden keine genannt. Die Task Force soll unter anderem die Auslandsgeschäfte der Telekom Austria Group untersuchen, etwa in Bulgarien und Weißrussland.

   Ein Revisionsbericht der Telekom Austria hat Zahlungen an den Berater Peter Hochegger in Höhe von 9 Mio. Euro ohne dokumentierte Gegenleistung aufgezeigt, es besteht Korruptionsverdacht. Das Honorar für den involvierten Broker Johannes Wanovits soll über eine Hochegger-Studie verschleiert worden sein. Die Justiz ermittelt auch gegen den Wertpapierhändler, und zwar wegen vermuteter Beitragstäterschaft zur Untreue.

   Der involvierte Broker ist in der ÖVP seiner burgenländischen Heimatgemeinde Steinberg-Dörfl tätig, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" kürzlich. "Wir sehen zurzeit keine Notwendigkeit zu reagieren, da es sich um laufende Ermittlungen seitens der Justiz handelt", hieß es dazu aus dem Büro des burgenländischen ÖVP-Obmanns und stellvertretenden Landeshauptmanns Franz Steindl.

   Mehrere Zahlungen von Hochegger an ehemalige Spitzenpolitiker der FPÖ/BZÖ (Ex-Vizekanzler Hubert Gorbach und Ex-Verkehrsminister Hubert Gorbach) wurden durch den Revisionsbericht ebenfalls publik. Bei der Polizeifunk-Vergabe steht eine 1,1 Mio. Euro schwere Zahlung an den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly unter Korruptionsverdacht. Die Genannten dementieren die Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung.

   Mittlerweile beschäftigen die Investitionen von teilstaatlichen Betrieben in Sportverbände einmal mehr Politik und Medien. Vor einigen Wochen war bekannt geworden dass der oberösterreichische Landesligist SV Sierning von der Saison 2007/08 bis 2009/10 von der Telekom finanziell unterstützt wurde. Im ersten Jahr gab es 22.500 Euro, in den darauffolgenden Saisonen je 20.000 Euro. Prominentes Vereinsmitglied in Sierning ist Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer (V). Nun wurde bekannt, dass die teilstaatliche Post AG den Vorarlberger Fußballclub SCR Altach unterstützt - als einziges Sponsoring dieser Art in ganz Österreich, wie es auf APA-Anfrage hieß. Aufsichtsratspräsident des SCR Altach ist ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf. Wie hoch das Sponsoring ist wollte die Post auf APA-Anfrage nicht beantworten. Das will nun die Grüne Abgeordnete Gabriela Moser mittels parlamentarischer Anfrage klären.