Erstellt am 02. September 2011, 05:15

Telekom-Aufsichtsrat am Freitag will aufklären. In der Telekom-Affäre rund um Korruptionsvorwürfe und Kursmanipulation bei dem börsenotierten Unternehmen soll am Freitag ein außerordentlicher Telekom-Aufsichtsrat Maßnahmen zur Aufklärung einleiten.

Ort und Zeit der Sitzung werden von der Staatsholding ÖIAG, die den Aufsichtsrat einberufen hat, sowie von der Telekom Austria aber geheim gehalten.

Der Sprecher der ÖIAG, die an der börsenotierten Telekom 28,42 Prozent hält, bestätigte lediglich, dass die Aufsichtsratssitzung am Freitag stattfindet. "Telekom Aufsichtsratsvorsitzender Markus Beyrer erhöht Schlagzahl und beruft außerordentliche Aufsichtsrats-Sitzung ein", hieß es vergangenen Freitag in einer knappen gemeinsamen Aussendung von ÖIAG und Telekom Austria. Der außerordentliche Aufsichtsrat werde sich mit der Aufklärung aller derzeit zur Diskussion stehenden Sachverhalte beschäftigen. Beyrer werde eine international renommierte externe Task Force vorschlagen, die die rasche und umfassende Aufklärung sicherstellen solle.

Die Telekom-Affäre hat in den vergangenen Wochen immer größere Ausmaße erreicht und beschäftigt Justiz, Politik und Medien. Neben dem Skandal um die Kursmanipulation für 9 Mio. Euro Manager-Boni, wo bereits mehrere Ex-Manager der Justiz ihre Beteiligung gestanden haben, stehen die ungeklärten Zahlungen an den Berater Peter Hochegger im Zentrum. Rund 9,08 Mio. Euro sollen die Telekom an Hochegger gezahlt haben, ohne dass dafür eine dokumentierte Gegenleistung vorliegt. Für Aufsehen sorgt auch die Zahlung von 1,1 Mio. Euro durch die Telekom an den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly, die mit dem Polizeifunkprojekt unter Innenminister Strasser in Zusammenhang stehen soll. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung, sie dementieren Korruptionsvorwürfe.